00:00:17: Paul am Puls, Dialoge zur Transformation der
00:00:21: Wirtschaft.
00:00:24: Prof.
00:00:24: Dr.
00:00:25: Stefan Paul von der Ruhr-Universität Bochum spricht mit Entscheidungsträgern über wirtschaftliche Wandlungsprozesse.
00:00:33: Generative künstliche Intelligenz als Transformationstreiber entfaltet seine disruptive Kraft auch auf dem Markt für Musik und deren Verwertungsrechte.
00:00:46: Mit Dr.
00:00:46: Tobias Holzmüller, CEO der GEMA und damit einer der bedeutendsten rechte Administratoren weltweit habe ich über die Sorgen der von dieser Entwicklung betroffenen Künstlerinnen, die Herausforderungen der Identifikation des KI-Einflusses und die von der GEMA angeschwenkten Klagen gegen die endgildlose Nutzung von Text und Musik
00:01:13: gesprochen.".
00:01:14: Seine Grundeinstellung gegenüber dieser Transformation bemüht sich um eine Balance von Nutzen und Risiken der KI.
00:01:24: Zuerst mal sind wir auch der Meinung, dass wir die KI nicht zurück in die Flasche kriegen.
00:01:29: also die Illusion zu glauben man kann das Rad da zurückdrehen die haben wir natürlich auch nicht.
00:01:35: deswegen muss ne nachhaltige Koexistenz von menschlicher Kreativität und KI auch irgendwie über Lizenzlösungen funktionieren.
00:01:43: Wir haben auch selber einen Lizenzmodell entwickelt, sind gerade in Verhandlungen mit einigen KI-Unternehmen.
00:01:48: Also grundsätzlich finden wir das richtig sich mit KI Unternehmen darauf zu verständigen unter welchen Voraussetzungen und gegen welche Bezahlung um irgendwelche Grenzen Musik benutzt werden kann um Modelle zu trainieren.
00:02:02: Und dann kommt natürlich die schwierigere der beiden Fragen was passiert dann mit dem?
00:02:07: Was die KI ausspuckt?
00:02:27: Ja, lieber Dr.
00:02:27: Holzmüller ganz herzlich willkommen zu Paul Ampuls und im Mittelpunkt unseres Podcasts stehen ja wirtschaftliche Wandlungsprozesse.
00:02:35: heute möchte ich mit Ihnen deshalb über die Struktur Veränderung auf dem Markt für Musik
00:02:40: und
00:02:41: die Verwertungsrechte von Musik sprechen.
00:02:44: Lassen Sie mich bitte einsteigen mit der derzeit wohl brisantesten Frage aus meiner Sicht KI generierte Musik.
00:02:52: Ist das eine Transformation?
00:02:54: Ist es vielleicht sogar die Disruption der Musikbranche, über die sich dann auch die meisten Künstler sorgen machen.
00:03:01: Ja, das kann schon für Ängste sorgen und vielleicht auch überflüssig zu werden.
00:03:05: Wie sieht's aus Ihrer Sicht aus?
00:03:08: Erst mal Hallo!
00:03:09: Danke für die Einladung.
00:03:10: ich freue mich aufs Gespräch.
00:03:12: Das ist natürlich gleich die knaller Frage zum Einstieg.
00:03:17: Ich glaube schon, dass KI der Super Disruptor ist.
00:03:22: Wahrscheinlich in der Gesellschaft insgesamt ganz sicher aber in der Kreativbranche und in der Musik.
00:03:29: Wir haben vor einigen Monaten zuletzt unsere Mitglieder das in so hunderttausend Musikschaffende aus allen Genres befragt wie sie zu KI stehen.
00:03:41: da hat Sechzig Prozent der Befragten haben geantwortet, sie machen sich große Sorgen, dass KI ihren Job ersetzen könnte.
00:03:49: Sie aus dem Beruf drehen könnte.
00:03:51: Gleichzeitig haben vierzig Prozent ergeantwortet das sie jeden Tag schon KI einsetzen in ihrer Tätigkeit.
00:03:58: Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass die einen sind die sechzig prozent die Angst haben und die anderen sind die vierzig Prozent, die es schon benutzen aber ist in der Tat dekungsgleich.
00:04:08: Das heißt, je mehr es eingesetzt wird, desto mehr macht man sich Sorgen wenn man eben sieht was für Möglichkeiten bestehen.
00:04:15: und ich glaube schon wenn man so eine Branche reinhört bei aller Faszination über die über die Möglichkeiten dass das die Angst überwiegt dass da ganze Berufsbilder verschwinden könnten und dann so eine Art kreativ präkariat entsteht.
00:04:32: kann man in irgendeiner Weise Derzeit abschätzen, wie verbreitet die KI-generierte Musik in unterschiedlichen Segmenten auch bereits ist?
00:04:41: Es gibt Zahlen aus dem Musikstreaming wo Plattformen wie dieser auf den großen Streamingplattformen der Musik gibt.
00:04:50: Da gibt es keinen großen Unterschied zwischen jeden Tag ungefähr hundertfünfzigtausend Neuserungs hochgeladen und dieser glaubt ermitteln zu können dass Das war die letzte Zahl der hochgeladenen Songs, rein KI generiertes Material sind.
00:05:09: Es wären also seventy-fünfentausend Songs am Tag, die auf den großen Streaming-Plattformen hoch geladen werden, die nur KI generieren.
00:05:18: In anderen Bereichen ist es schwieriger das technisch zu ermitteln.
00:05:21: aber wir sehen natürlich auch dass im Bereich Computerspielmusiken vielleicht auch Hintergrund Musik in dem einer oder anderen Einzelhandelsladen KI-generierte Sounds gibt.
00:05:35: Ich mag den Begriff KI Musik nicht so gern, weil es ist ein bisschen wie bei Milch.
00:05:40: Was ist denn Milch?
00:05:41: Muss sie aus der Kuh kommen oder kann die auch industriell hergestellt werden?
00:05:46: Da gibt's schon auch terminologische Fragen.
00:05:49: also wir sehen schon dass die die KI generierten Sounds in vielen Bereichen das normale Musik schaffen durchziehen.
00:05:57: die Frage, wie sehr sie dann genutzt werden und was der wirtschaftliche Impact ist.
00:06:01: Ich glaube ich da noch mal eine andere Frage.
00:06:04: Die GEMA hat ja einen Prozess gegen OpenAI geführt.
00:06:07: Tut es jetzt gegen das US-Startup Suno?
00:06:11: Worum geht's oder ging es in diesen Streitfällen?
00:06:14: Es geht eigentlich um zwei Seiten der KI.
00:06:17: also wenn man Ein bisschen reinsuchen in die KI, dann reden wir jetzt über generative KI oder KI-Musikgeneratoren im engeren Sinne.
00:06:24: Wir reden aber auch über diese Large Language Models.
00:06:28: Der Prozess den wir gegen OpenAI angestrengt haben war einer indem wir gesagt haben naja in diesen large language models wurde sehr viel urheberrechtlich geschütztes Material aus dem Sprachbereich verarbeitet.
00:06:41: das sind auch Songtexte eingeflossen.
00:06:44: wie beweist man das?
00:06:45: Na ja indem man eben zeigt, was aus der KI rauskommt ist offenbar auch irgendwann mal reingeflossen.
00:06:51: Also wir haben es geschafft dann aus OpenAI und anderen großen Sprachmodellen ganze Song-Lyrics zu reproduzieren.
00:07:00: andere Plattformen die Song- Lyrics anzeigen im Internet also können ja auch bei Spotify die Lyrics anschauen.
00:07:05: sie können über andere Seiten wie Lyric Find anschauen.
00:07:08: die bezahlen ja an den Musikrechtinhaber Geld dafür.
00:07:11: warum soll denn eine Plattform wie OpenAI nichts dafür bezahlen?
00:07:16: Das heißt, das war einfach im Prinzip die Fortsetzung eines Lizenzstreits mit anderen Mitteln.
00:07:21: Weil wir auf dem Verhandlungswege nicht zusammen gekommen sind, weil diese Unternehmen sagen, na jeweils mir machen ist was anderes, es ist nicht die Wiedergabe von bestehenden Inhalten sondern das wird hier alles in kleine Stückchen zerlegt und dann wieder neu zusammengesetzt und deswegen greift das Urheber recht nicht also stark vereinfachtes deren Argumentation Und haben gesagt damit könnt ihr nicht durchkommen.
00:07:41: Wir wollen dass Ihr genauso behandelt werdet wie andere Plattformen die die Inhalte anzeigen.
00:07:48: Und da hat uns das Landgericht München auch recht gegeben.
00:07:51: Das ist, wenn man in die Musik schaut ... Songtexte gehören auch irgendwie zu Musik, sind jetzt aber grundsätzlich der Kern der klassischen Verwertungskette.
00:08:00: Es wird natürlich bei Suno was im Moment der größte Musikgenerator ist also eine Plattform wo man auf Knopfdruck Kanisounds erzeugen kann ohne selber irgendwie mit Musikerzeugungen jemals in tiefere Berührung gekommen zu sein.
00:08:16: Da haben wir natürlich ein anderes Phänomen, da brennt die Kerze wenn sie so wollen an beiden Enden.
00:08:21: Die Plattform wurde gebaut auf gestohlenen Inhalten, wenn ich es mal drastisch formuliere das heißt es wurde nie eine Songwriterin oder einen Komponist um Erlaubnis gefragt bevor die Plattform trainiert wurde und gleichzeitig kann diese Plattform im Moment auf Knopfdruck Sounds ausspucken die in Sekunden Bruchteilen zusammengesetzt werden Menschliches Musik schaffen auch immer verdrängen können.
00:08:46: Und das ist im Prinzip die große Bedrohung für die Branche, dass wenn es unkontrolliert entsteht, dass dann die ganze Basis der Musikwirtschaft, wie wir sie jetzt kennen in Gefahrgerät und da dafür zu sorgen, dass dieses Wachstum nicht unkcontrolliert erfolgt sondern eigentlich auf Lizenzstrukturen aufbauen muss.
00:09:09: Das wollten wir mit diesem zweiten Verfahren klären und da warten wir jetzt auf die Entscheidung um.
00:09:14: am zwölften Juni diesen Jahres wird das Landgericht München.
00:09:18: Also in dem Open AI-Fall, also wenn es um Sprache geht kann ich mir noch ganz gut vorstellen dass man nachweisen kann inwiefern ganz bestimmte Dinge auch im Training eingeflossen sind.
00:09:33: Bei Musik kann ich es mir schwerer vorstellen, also konkret die Frage wie kann der Nachweis gelingen?
00:09:39: wie ein KI-Modell trainiert wurde und vor allen Dingen gibt es Sicherheitsrockierungen, um das zu verhindern.
00:09:48: Da wird ganz viel geforst.
00:09:49: im Moment natürlich.
00:09:50: welche Art von Reverse Engineering kann man machen.
00:09:56: Ehrlicherweise muss man wahrscheinlich einräumen.
00:09:58: Im Moment sind diese Modelle alle Blackboxes und der einzig verlässliche Weg nachzuweisen dass irgendwas in den Trainingsdaten drin ist, dass man beweist, dass es wieder rauskommt.
00:10:11: Also wenn Sie in der Lage sind, ein Song zu reproduzieren mit Zulu, sagen wir erst mal im Beispiel.
00:10:16: Der einfach klingt wie atemlos durch die Nacht auf schlecht Auto-Tune.
00:10:22: Dann ist die Wahrscheinlichkeit dass atomlos durch den Nacht bei der Trainingsdaten drin war relativ groß und die Verteidigung der Plattform zu sagen naja das ist halt ein Zufallsprodukt aus dem ganzen Lärmschatz denn wir gehoben haben ist keine besonders überzeugende Verteilung.
00:10:40: Der andere Weg wäre ja, dass man wirklich das Modell auseinander nimmt und quasi die gesamte Trainingsgeschichte reproduziert.
00:10:47: Das ist aber Domänenwissen der KI-Unternehmen.
00:10:50: was sie nicht so rausrücken gibt schon jetzt auch einzelne USA wo dann Insider aus diesen KI Unternehmen mal auspacken und sagen wie man vorgegangen ist.
00:11:00: also Aber einzelne Werke nachzuweisen, dass sie Teil des Trainingsdatensatzes sind geht im Moment würde ich sagen nur über den Output.
00:11:13: und deswegen ist eine unserer politischen Forderungen natürlich auch, dass wir das mehr Transparenz Vorschriften bekommen.
00:11:19: Dass die Unternehmen gezwungen werden offen zu legen, worum sie trainiert haben.
00:11:27: Gibt es Schutz gegen Training?
00:11:29: Technisch muss man sagen, ist das wahnsinnig schwierig.
00:11:32: Es gibt so Ideen wie Boatermarking.
00:11:36: Aber jede technische Schutzmaßnahme kann auch umgangen werden.
00:11:41: Digitalen Wettrüsten, die KI-Unternehmen mit ihrer Rechenpower und ihre Innovationskraft uns da immer einen Schritt voraus sein werden in der Musikbranche.
00:11:50: Deswegen ist wahrscheinlich die rechtliche Absicherung wichtiger als die technische oder wir brauchen eine Kombination aus beiden.
00:11:58: Diese Forderung nach Transparenz gibt es ja ganz viele Lebensbereichen derzeit nicht nur beim Thema Musik und Verwertungsrechte.
00:12:06: Labels sollen in dem Fall aber kennzeichnen, welche Titel mit KI erstellt wurden.
00:12:11: Nur wenn man auch sagen wir mal so die ganze Produktionskette im Musikbereich sich anschaut.
00:12:17: Irgendwo spielt ja KI auf jeden Fall eine Rolle mehr oder weniger intensiv, mehr oder weniger kreativ Inhalte ersetzend.
00:12:25: also wie wir beide ja auch mit KI in vielen Bereichen agieren wird es glaube ich kaum möglich sein noch Musik zu finden, die Evo KI an gar keiner Produktion stufe eine Rolle spielte.
00:12:36: Oder täusche ich mich?
00:12:38: Soweit würde ich nicht gehen!
00:12:40: Ich glaube es gibt schon auch einen Gegendrend.
00:12:43: also wenn Sie jetzt ne neue Einspielung der Berliner Philharmoniker einer Marder-Symphonie haben, da ist einfach das Beste was man an Studiotechnik und an Mikrofonen hat im Einsatz ohne dass da jetzt bewusst KI im Prozess eingesetzt wird.
00:13:02: Ob es natürlich irgendwo in diesem Mikro noch eine KI verbaut ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
00:13:06: aber das gibt schon natürlich auch einen Trend so handgemachter Musik die sich auch bewusst von diesen digitalen Produktionstechniken absitzt weil die KI macht's ja im Zweifel nicht besser.
00:13:17: Die KI im Musikschaffensprozess machts wirtschaftlicher und schneller erlaubt uns Fehler auszumerzen, also Auto-Tune beispielsweise als ein sehr beliebtes Tool von dem natürlich viele Musikerinnen und Musikern sagen das brauche ich dann wenn ich nicht singen kann oder da bin ich einen schlechten Tag habe.
00:13:35: Oder will ich bewusst meine Stimme so verfronten möchte dass sich bestimmte Effekte erzeugen?
00:13:41: Und die Produktion mit KI hat sich sicher in vielen Bereichen stark durchgesetzt.
00:13:49: sie wird dadurch schneller, sie wird leichter man kann schneller Ideen verproben.
00:13:55: Wir haben aber auch das Phänomen, dass viele Prozesse über den wir wissen.
00:13:59: Da ist irgendwann mal KI zur Unterstützung eingesetzt worden um verschiedene Ideen zu testen.
00:14:04: Aber am Schluss spielt man quasi die Aufnahme nochmal richtig mit Instrumenten im Studio ein damit man das was man als Endprodukt hat wenigstens KI frei ist.
00:14:14: Aber irgendwo in der Kette war so bisschen KI drin.
00:14:17: Deswegen ja Sie haben recht es durchdringt in vielen Bereichen Den Produktionsprozess schon sehr stark.
00:14:25: Aber ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass es gar nicht mehr möglich ist, KI-Frauen zu prüzen.
00:14:29: In den USA haben sich große Musikverlage wie zum Beispiel Warner Music mit den Anbietern von KI Lösungen für den KI gestützten Music Remix im Rahmen von Dizenzvereinbarung geeinigt.
00:14:42: Wie stehen Sie zu solchen Deals?
00:14:45: Zuerst mal sind wir auch der Meinung, dass wir die KI nicht zurück in die Flasche kriegen.
00:14:50: also die Illusion zu glauben man kann das Rad da zurückdrehen, die haben wir natürlich auch.
00:14:56: Deswegen muss eine nachhaltige Koexistenz von menschlicher Kreativität und KI auch irgendwie über Lizenzlösungen funktionieren.
00:15:05: Wir haben auch selber einen Lizenzmodell entwickelt, sind gerade in Verhandlungen mit einigen KI-Unternehmen.
00:15:09: also grundsätzlich finden wir das richtig sich mit KI Unternehmen darauf zu verständigen unter welchen Voraussetzungen gegen welche Bezahlung mit welchen Grenzen Musik benutzt werden kann um Modelle zu trainieren?
00:15:24: Dann kommen natürlich die Schwierigere der beiden Fragen.
00:15:27: Was passiert dann mit dem, was die KI ausspuckt?
00:15:31: Sollte es dann einfach außerhalb dieser Plattform in den normalen Ausspielungszyklus von Musik einfließen?
00:15:40: Also solltest du auf Spotify auftauchen können?
00:15:43: Sollen das dann im Radio gespielt werden können?
00:15:46: Solltest du irgendwo im Einzelhandel die Hintergrundmusik ersetzen, die jetzt von Menschen gemacht worden ist?
00:15:52: oder soll es quasi KI-Ökosystemen bleiben?
00:15:56: und die KI ist dann so eine Art bewachter Spielplan, dort mit KI arbeiten.
00:16:04: Man kann irgendwie mit Songs experimentieren man kann seine eigenen Songs ausprobieren aber die bleiben dann schön in diesem was die Amerikaner Walt Garden nennen also einer um Zeunten Umgebung zerstören quasi nicht das Auswertungssystem der Musik insgesamt.
00:16:21: Da gibt es im Moment glaube ich einen Glaubenskrieg, es gibt erste Deals die darüber hinausgehen wo man mit insbesondere mit Zulu-Deals gemacht hat, die sowas erlauben.
00:16:30: und dann gibt's die anderen, die eher konservativen in der Musikindustrie sagen wir machen Deals aber wollen diese Wolfgaben erhalten.
00:16:38: Wir wollen eben nicht dass sie keine Produkte auf Spotify auftauchen und den menschlichen Musiken die Tantiemen wegnehmen.
00:16:46: Kann man sich jetzt fragen, lässt sich so was verhindern?
00:16:48: oder ist es nicht längst soweit gekommen?
00:16:52: Da muss man abwarten welche Seite sich durchsetzt.
00:16:54: Wir sind da auch eher auf der vorsichtigen Seite.
00:16:56: sagen wir machen Lizenz-Deals aber versuchen diese Dilution also die Verbesserung des Royalty Pools auf den Streaming-Plattformen durch KI-Sounds erstmal zu verhinderen rechtlich wie technisch.
00:17:13: und Das heißt aber nicht, dass man keine KI-Lizenzieren kann.
00:17:18: Weil es gibt eben natürlich viele KI-Modelle die ganz andere Dinge tun oder die KI Generation erlauben in einem abgesicherten Umfeld.
00:17:27: Frage an den Juristen ist das Urheber und Persönlichkeitsrecht in den USA?
00:17:31: In diesen Fragen generell Liberaler?
00:17:35: Gibt es auch auf diesem Spielfeld einen Einfluss der neuen Trump-Administration und der Tech-Anbieter, die wieder etwas mehr Morgenluft wittern?
00:17:48: Also welches Recht das bessere ist.
00:17:50: Das müssen Sie mich in drei Jahren noch mal fragen weil wir natürlich gerade in so einem Prozessin wo wird die Rechtsordnungen testen?
00:17:56: also es wird sowohl in den USA als auch jetzt hier in Europa das sind wir Deutschland sicher führend getestet.
00:18:02: Was gibt uns das bestehende Urheberrecht an Mitteln, um es zu wehren gegen diesen Kain missbrauch?
00:18:08: Wenn ich Geld setzen müsste, würde ich im Moment auf die europäische Rechtsordnung setzen.
00:18:11: Dass die urheberrechtsfreundlicher ist aber Es ist eben noch nicht bis zum Ende aus prozessiert und wie immer in so Prozessen dauert sowas Und die letzte Instanz hat dann im Prinzip auch des letzten Wortes.
00:18:24: Es ist sicher so dass der politisch motiviert ist, der natürlich auch von dieser Administration getrieben wird.
00:18:37: Der hat das Recht auch nur als eines von mehreren Einfluselementen sieht um die eigenen Entscheidungen zu steuern.
00:18:47: und Die US-Musikindustrie, da unsere Kontakte uns schon sagen, bei uns weht der Wind gerade eher gegen uns.
00:18:56: Das spürt man an dem Selbstbewusstsein der Tech Anbieter die sich im Moment fast alles wünschen können von der Administration wenn man eben sagt das ist eine neue Bettlauf zum Mond, weil sie halt des KI rennen und alles was auf dem Weg dort als hinterlich empfunden wird soll weggeräumt werden.
00:19:14: Und wahrscheinlich ist dann auch schwieriger, die Rechte durchzusetzen.
00:19:18: Umgekehrt heißt es da, dass man vielleicht auch Deals macht, die man in anderen politischen Umfeld nicht machen würde.
00:19:24: Deswegen sind Sie eigentlich ganz dankbar wenn sie nach Europa schauen und sagen Da können ja unsere Rechte auch durchgesetzt werden.
00:19:33: Kommen wir damit zur GEMA Die hundertzwanzig Jahre alt wird bald zumindest ich habe gelesen Richard Strauss war einer der Mitbegründer großer Name Vielleicht ein paar Zahlen, um das einzuordnen.
00:19:46: Was Sie dort vertreten?
00:19:47: Wie viele rechte Inhaber vertrenten sie?
00:19:50: Welche Summe wird verteilt?
00:19:52: Wie haben sich die Zahlen im Zeitablauf verändert?
00:19:58: Die GEMA ist in der Tat schon relativ betagt, nähert sich dann bald ihrem hundertfünft und zwanzigjährigen Geburtstag, wie Sie richtig sagen wurde gegründet als ein Verein von Tonsetzern, wie es damals hins, also das quasi die alte Form des Komponisten und ist aus diesem Gewerkschaftsgedanken heraus entstanden.
00:20:19: Wie viele Verwertungsgesellschaften auf der ganzen Welt?
00:20:22: Und ist jetzt aber geworden im Prinzip einer der großen weltweit tätigen rechte Administratoren, die ganz umfassende Musikdatenbanken vertreiben und die eben nicht rein national tätig sind, sondern die im Prinzip über ein internationales Netzwerk musikrechte Überländergrenzen hinweg austauschen.
00:20:46: Das heißt wenn sie jetzt in Deutschland nur Radiosender betreiben oder eine Fernsehsender oder einen Konzert veranstalten wollen dann kommt im Prinzip alle Musikrechte die Sie brauchen im Urheber-Rechtsbereich kommen dann über die GEMA egal ob jetzt Ed Sheeran GEMA Mitglied ist bei einer anderen Gesellschaft, weil über dieses Netzwerk kommen diese Rechte dahinten.
00:21:08: Direkt bei der Klimamitgliedsinn haben wir mit der HITTA fast zehn Millionen Komponistinnen und Songwriter weltweit über das Netzwerk vertreten.
00:21:17: Unsere Erträge belaufen sich auf ungefähr eine Million Euro pro Jahr.
00:21:24: Dann haben wir Verwaltungskosten in Höhe von ungefähr zweieinhalb Millionen Euro.
00:21:28: Die wird quasi für den Geschäftsbetrieb verbrauchen, wenn sie so wollen und als Non-Profit Organisation schütten wir dann was übrig bleibt also ungefähr eins Prozent Milliarden Euro an rechte Inhaber aus.
00:21:40: das sind unsere eigenen Mitglieder aber das sind natürlich auch die im internationalen Netzwerk.
00:21:44: also Ed Sheeran Taylor Swift bekommt ihr Geld dann auch über die GEMA Wenn Sie hier eine Show spielen oder wenn Sie im Radio laufen.
00:21:53: Mittlerweile fast zweihundert Ländern, die wir lizenzieren bei Spotify gespielt werden.
00:21:57: Und sind die Erlösungen ungefähr gleichbleibend?
00:22:00: Schwanken sie stark?
00:22:02: Man muss sich ja wahrscheinlich auch den Zyklus vorstellen dass Urheberrechte gerade auch in klassischer Musik auslaufen kommen neu mit hinzu.
00:22:10: also wie stabil ist dieser Erlöspul?
00:22:12: Der
00:22:15: ist im Volumen relativ stabil.
00:22:18: Das macht natürlich Musikrechte auch so interessant für Investoren.
00:22:24: Wir haben über die letzten Jahre eigentlich kontinuierlich Wachstum auf der Ertragseite, natürlich gibt es Verschiebungen in der Zusammensetzung wie Sie richtig sagen, gibt es Musik, die rausfällt.
00:22:36: als Richard Strauß beispielsweise dann aus der Schutzfrist rausliegt also siebzig Jahre nach dem Tod das Komponisten läuft ja die Schutzfrist in der Regel aus.
00:22:45: Das spüren
00:22:45: wir da natürlich schon Aber es kommt auch vieles nach.
00:22:49: Insofern ist eigentlich die Top-Line stabil, wächst nicht mehr zweistellig wie es vielleicht in den letzten Jahren war.
00:22:58: Jetzt sind wir in Zentraleuropa eher einstelligen Wachstumsraten aber immer noch ganz gut.
00:23:05: Gleichzeitig sehen wir aber natürlich, dass die Zahl der Werke, die wir mit diesem Geld bedienen immer größer wird und auch die Zahl den Menschen, die daran partizipieren wollen.
00:23:12: Immer größer werden weil es immer leichter wird Musik zu machen, Musik zu produzieren.
00:23:18: da kommt KI ins Spiel aber auch vorher schon natürlich Digitalisierung so das man einerseits eine ganz gute Ertragslage für die Gesamtindustrie hat sich dahinter aber schon Verschärfung der Situation, sag ich mal für den musikalischen Mittelbau versteckt.
00:23:39: Die Vergütungen für die Musikschaffenden sind ja auch durch die Dominanz des Streaming-Dienste in der Breite schon erheblich gesunken und sind sehr stark konzentriert.
00:23:49: eine Zahl, die mir auffiel.
00:24:00: hat ja sagen wir mal eine Sortierung in zwei Gruppen, nämlich die sehr erfolgreichen.
00:24:04: Die auch bei ihnen dann noch einmal erfolgreich sind und die anderen, die vorher wenig kriegen und bei Polarisierungen doch wahrscheinlich größer geworden oder?
00:24:15: Das ist schon so!
00:24:16: Und ein schlauer Beobachter hat mal gesagt Wir haben in der Musik verschiedene Geschäftsmodelle.
00:24:25: Durch Streaming ist Musik verfügbar geworden wie Leitungswasser, so eine Flood Rate.
00:24:31: Man bezahlt einmal Geld und man hat alle Musik die man möchte.
00:24:35: Ich bin auch in der Vorstreamingerra aufgewachsen.
00:24:38: Da habe ich mir noch CDs gekauft.
00:24:40: Das ist wie wenn sie sich im Restaurant eine Flasche Wein gönnen will Sie in der Flüssigkeit einer Analogie bleiben wollen.
00:24:45: Also man bezahlt bewusst Geld für Musik Die man dann zu Hause hat und gönnt sie sich hört sie ganz oft an.
00:24:53: Da geht natürlich sehr viel Geld und sehr viel Aufmerksamkeit auf eine Musikaufnahme.
00:24:58: Ein Konzert ist ähnlich, man geht bewusst zu einer Künstlerin einem Künstlern gibt dafür Geld aus.
00:25:04: Und in diesem Leitungs-Wasser-Geschäft ist es sehr viel schwieriger Geld zu verdienen weil sie natürlich um die Aufmerksamkeit ihrer Hörer mit Taylor Swift, mit allen anderen konfidieren müssen und sie natürlich noch ein zeitliches Element haben.
00:25:19: das darf man nicht vergessen.
00:25:23: Hat man sein Geld mit einem Hit relativ schnell gemacht, da hat man eben die CDs verkauft und dann hatte man das Geld in der Tasche.
00:25:30: Und wie oft sie dann zu Hause gehört wurden war dann im Prinzip eine sekundäre Frage und man konnte schon am nächsten Projekt arbeiten.
00:25:38: In der Streaming-Era schiebt sich sowas in die Zukunft.
00:25:42: Sie bekommen nicht so viel Geld am Anfang aber für jedes Hören ihrer Produktion über die Zeit gestaffelt wird ein bisschen Geld ausgespielt.
00:25:52: Aber das bedeutet natürlich, dass sie auch zeitlich konkurrieren.
00:25:54: Also Sie konkurieren jetzt noch mit den Beatles und jetzt noch Mit Alton John und Jetzt noch mit Bruce Springsteen um die Streaming-Tandjemen was ein bisschen ungerecht ist weil die natürlich schon Schaltplatten verkauft haben, Kassetten verkauften, CDs verkauft haben also an allen Booms bisher schon partizipiert haben.
00:26:10: Und es ist ein Verdrängungswettbewerb der Superstars erlaubt weiterhin gut zu leben aber dem Mittelbau eigentlich nicht mehr ermöglicht, über Streaming vernünftig zu leben und deswegen boomt natürlich das Live-Geschäft auch in diesem Mittelsegment so.
00:26:25: Wenn man sagt es ist eigentlich das Einzige was noch die Miete bezahlt.
00:26:29: Wollte ich gerade nochmal fragen?
00:26:30: Und kann man sagen dass Sie von diesen Live-Events auch hundert Prozent abdecken?
00:26:35: oder gibt es auch viele dann wahrscheinlich kleinere Events, die nicht über die GEMA abgerechnet werden?
00:26:42: also wir haben nach wie vor glaube Naja, dann müssen wir folgendes sagen.
00:26:46: Es gibt natürlich den Klassikbereich, das haben wir gerade schon bestreift.
00:26:49: also wenn sie irgendwo in die Beethoven-Symphonie aufführen, brauchen Sie von uns keine Rechte und da fällt natürlich auch immer wieder was raus.
00:26:56: ja Off ist noch geschützt Maler nicht mehr Straußen nicht mehr.
00:27:01: Also in diesem Klassicegment geht der Marktanteil sicher zurück weil mehr herausfällt als neu dazukommt.
00:27:08: Ansonsten Wenn man den Klassikbereich mal ausklammert, würde ich sagen haben wir immer noch nur im Marktanteil.
00:27:16: die wichtigen Sachen laufen alle über uns.
00:27:20: Weil es natürlich auch ein Service ist, den Konzertveranstalter schätzen.
00:27:26: Auch wenn Sie immer der Meinung sind dass sie zu viel an uns bezahlen aber das sie die Rechte in Prinzip aus einer Hand bekommen und sich nicht zusammensuchen müssen weil Es ist eben wenn Sie eine Taylor Swift Tour machen.
00:27:37: Sie hat ja Taylor Swift überall mitgeschrieben, aber halt auch nicht alleine.
00:27:41: Sie haben einen modernen Pop-Song und haben sie locker zwanzig Berichtigte.
00:27:45: Wollen Sie wirklich von denen allen die Rechte zusammensuchen um dann das Prozert zu lizzeln?
00:27:50: Da bieten wir einfach einen Aggregierungsservice an der sehr attraktiv ist.
00:27:58: Sie selbst haben aber auch ein neues Verteilmodell bei der GEMA vor Augen.
00:28:05: Wie verändern sich dort die Zuweisung an Klassik einerseits, Pop andererseits?
00:28:11: Ja das ist jetzt gerade in den Tagen, indem wir das aufnehmen natürlich ein großer Aufreger unserer Hauptversammlung steht bevor.
00:28:17: da werden wir auch über diese Frage sprechen.
00:28:19: Also erst mal geht es weniger um die Verteilung, sondern um ein Förderkonzept was wir noch betreiben.
00:28:25: Das muss ich vielleicht kurz erklären.
00:28:26: Meine Verteidigung ist relativ unspektakulär geworden bei der GEMA weil wir natürlich sehr viel besser erfassen als vor dreißigvierzig Jahren was gespielt wird.
00:28:35: Aufgrund
00:28:36: der Digitalisierung
00:28:37: natürlich.
00:28:40: In vielen Clubs und Diskotheken stehen digitale Monitoring Boxen, die schneiden einfach mit was gespielt wird.
00:28:45: Wir haben natürlich durch Streaming absolute Datenpratsparenz über jeden Stream bis auf die Einzel-Ebene runter.
00:28:51: Wir wissen, was in jedem Radiosender läuft.
00:28:53: Da ist wenig Entscheidung drin.
00:28:59: Der Gesamtbetrag, den wir von Spotify kriegen wird auf die Streams umgelegt und dann sieht man relativ genau was das Streamwert ist.
00:29:06: Beim Radio-Airplay ist es ähnlich und so ähnlich ist es auch bei einem Konzert.
00:29:10: Der Konzernveranstalter bezahlt für uns einen bestimmten Betrag.
00:29:14: Die Setlist ist zwanzig Titel lang je nachdem wie lange die Band spielt und es wird dann auf die Berechtigten umgelegt Was wir aber gleichzeitig noch haben in der GEMA seit Anbegehen unserer Zeit, ist ein Förderkonzept.
00:29:28: Wir sehen uns nicht nur als Wirtschaftsunternehmen was wir auch sind sondern wir haben schon einen Kulturauftrag den wir ernst nehmen das wir versuchen die nächste Generation von Komponistinnen und Songwriters in den Markt zu bringen.
00:29:43: Auch die Nische am Leben zu halten damit nicht alles von den großen Superstars glatt gemacht wird.
00:29:50: Wie machen wir es?
00:29:51: Wir ziehen von allen unseren Einnahmen im Schnitt ungefähr fünf Prozent der Einnahmen ab und machen damit Kulturförderung.
00:30:01: Das sind dann unterschiedliche Modelle, da gibt es dann Punktsysteme je nachdem wie schwer man es am Markt hat, wie lang man schon produziert in welchem kulturellen Kontext man aufgeführt wird.
00:30:15: Teilweise gab's einfach Punkte für die Besetzung.
00:30:18: also wie komplex ist das Werk, dass man geschaffen wird?
00:30:21: Und es ist ein Fördersystem, das in der Vergangenheit sehr stark die, sagen wir mal, was wir als Klassik bezeichnen würden.
00:30:28: Wir haben das früher bei der GEMA die E-Musik genannt also die ernste Musik in der Abgrenzung zu U-Musik oder Unterhaltungsmusik.
00:30:35: und diese E-Musik, bei der immer weniger geschützt wird und eigentlich deswegen immer weniger in den eigentlichen Kosmos der Gema fällt ist immer mehr Fördergeld auf diesen Bereich aufgelaufen.
00:30:46: Und natürlich gibt es auch im Jazz, natürlich gibt's auch im Reggae und natürlich in der elektronischen Musik Innovation, Abongart.
00:30:55: Vielleicht auch Reparatur, aber was das nicht so leicht hat am Markt?
00:30:58: Wir wollen das öffnen!
00:30:59: Wir wollen sagen wir wollen Newcomer fördern, wir wollen Abongast fördern.
00:31:04: Wir wollen Innovation fördern Aber nicht mehr in diesen engen Schorregrenzen.
00:31:09: Das bedeutet aber dass der Klassik-Bereich, wenn ich so sagen darf.
00:31:13: Ein bisschen was abgeben muss, teilweise signifikant abgeben, teilweise die Hälfte der Fördermittel dort abgezogen werden und dann breiter aufgestellt werden.
00:31:23: Und das ist wie immer in der Gesellschaft im Großen, die bei der GEMA im Kleinen Verteilungskämpfe sind schwierig, Verteidigungskämpfen sind teilweise auch emotional und da stehen wir gerade hinein.
00:31:35: Das können wir von der Uni auch zwischen den Fachbereichen, also da schicksal teilen.
00:31:39: Es ist immer schön wenn es mehr gibt was man dann verteilen kann aber ansonsten wird schwierig.
00:31:45: Aber wir haben vorhin gesprochen und das würde mich jetzt noch betriebswirtschaftlich auch interessieren über den Einsatz von Digitalisierung Automatisierung und KI Wenn es um die Musik selbst geht.
00:31:56: aber für sie für ihren eigenen Betriebsablauf spielt das ja auch eine Riesenrolle als Non-Profit Organisation, den Kostenglock sozusagen nicht zu sehr explodieren zu lassen.
00:32:06: Gibt es ein besonders plastisches Beispiel wo Sie sagen können da sind wir zum Beispiel durch den Digitalisierungs oder durch den KI Einsatz also von der Kosten her deutlich runtergekommen?
00:32:18: Ja, also Digit... Zester natürlich vor KI eingesetzt hat und da schon vieles ermöglicht hat was früher nicht denkbar war.
00:32:28: Die ganze Streaming-Belt, wenn Sie überlegen an einzelner Stream of Spotify oder YouTube ist einen Scentbruchteile wert.
00:32:37: Ein Zehntel Cent können sie so als Faustformel nehmen, ist der Wert.
00:32:43: Wenn Sie jetzt einen Sent brauchen um das zu verteilen was da eingespielt wird dann haben Sie kein gutes Geschäftsmodell.
00:32:50: Das heißt der Kostendruck in dem Bereich ist enorm Und das kriegen Sie nur über Skalierungen, indem sie möglichst viele Streams aggregieren und es gemeinsam machen.
00:32:59: Deswegen haben wir schon vor fünfzehn Jahren im Prinzip angefangen, das nicht mehr in Deutschland für uns selber zu machen, sondern haben einen Join-Adventure gegründet.
00:33:09: International Copyright Enterprise.
00:33:10: ICE heißt dass das im Prinzip die größte Lizenz Verarbeitungsplattform der Welt geworden ist, bei dem alle diese Streams zusammenlaufen und dann gemeinsam analysiert werden.
00:33:19: Das ist hochautomatisiert schon vor KI und kann deswegen kostengünstig die Administration dieser Rechte erlauben.
00:33:30: Und da ist natürlich KI jetzt der nächste Faktor, weil es gibt immer Konflikte.
00:33:34: Es gibt immer natürlich auch mal Werkanmeldungen in den Datenbanken, die sich widersprechen.
00:33:39: Da müsste eine Person reingucken nur wer hat im Recht?
00:33:42: So was kann die KI auf so einer Blausibilitätsebene sensationell gut klären.
00:33:46: das heißt wirklich in diesem Counterclaiming Verfahren wie wir das nennen also wenn's wirklich Konflikte gibt Rechte Inhaber bei Spotify sagen, der Song gehört uns.
00:33:56: So was kann auf so einer Vorklärungsebene sehr gut mit KI gemacht werden.
00:34:00: Wir können mittlerweile mit KI ganze Konzertset-Listen ermitteln.
00:34:05: also es gibt zu viel öffentlich verfügbares Wissen im Internet darüber.
00:34:11: welches Zett hat Metallica in den zwei Konzerten in Frankfurt gespielt?
00:34:16: Da brauche ich nicht warten bis der Veranstalter mir etwas schickt.
00:34:18: da weiß ich im Prinzip Sobald das Konzert zu Ende ist, ist so viel Wissen im Internet.
00:34:23: Wenn ich das mit verschiedenen Quellen abgleiche dann habe ich da im Prinzip schon eine relativ verlässliche Basis.
00:34:29: also die Kombination aus Daten und wir schwimmen ja in einem in einem Ozean von Vernutzungsdaten um mit mit hoher Verarbeitung Geschwindigkeit Da is KI die Super Power.
00:34:41: Aber Sie haben ja auch dadurch dass sie es schon analysiert haben Dann auch ein Riesendatenschatz In der Auswertung dieser Dinge.
00:34:47: verkaufen Sie Daten auch in welcher Form, auch immer auch in anonymisierter Form.
00:34:53: Dass sie also beispielsweise nur zu Statistiken oder so etwas anderen verfügbar machen gegen Entgelt?
00:34:59: Also wir sind kein Datenhändler.
00:35:02: So sind wir nie aufgedrehten.
00:35:04: aber natürlich sehen wir das die Daten, die wir ja eigentlich ein bisschen als Böse formuliert Abfallprodukt unserer Verwertungstätigkeit haben einen Wert haben und Lösungen Möglichkeiten bieten, die andere nicht haben.
00:35:18: Also wir sind im Prinzip die einzige Einrichtung aus verschiedenen Bereichen zusammenlaufen.
00:35:26: Wir haben Live-Daten, wir haben Radiodaten und wir haben digitale Nutzungsdaten, Tonträgerverkäufe und sich daraus um dreihundertsechzig Grad Blick zu machen.
00:35:35: was ist denn ein Musikkatalog wert?
00:35:37: Was wird da einspielen in der Zukunft?
00:35:39: Das hat er in der Vergangenheit eingespielt.
00:35:40: das für die Branche eine wahnsinnig wichtige Information.
00:35:44: Da gehen wir jetzt nicht her und verkaufen das irgendwie an jeden der Geld bezahlt, aber für diejenigen, die sich im Musikökosystem entweder schon länger bewegen oder jetzt aus so einer Investoren-Sicht neu reinkommen ist es natürlich eine wahnsinnig wichtige Informationsgrundlage, die wir auch zu Services ausbauen.
00:36:00: und diese Service ist dann unter Erkau.
00:36:02: Wir haben durchaus auch andere Tests gemacht, kann man vielleicht mit Mobilitätsanbietern Informationen austauschen darüber welche Konzerte im Anstatt finden.
00:36:10: Dann wissen die wo sie ihre Elektroroller hinstellen müssen.
00:36:13: solche Dinge aber das sind eher so Randphänomene.
00:36:18: Aber nochmal auf die Katanokverkäufe, die haben ja deutlich zugenommen in den letzten Jahren.
00:36:22: rechte Pakete, die gehandelt werden.
00:36:25: Das ist ein Trend geworden.
00:36:26: Haben Sie teilweise dann auch Kontakt zu diesen Investoren?
00:36:31: Das sind ja meistens Private Equity-Unternehmen.
00:36:33: und glauben sie dass sich dieser Trend noch weiter beschleunigen wird?
00:36:37: was verändert der in der Branche?
00:36:40: also der hat relativ zart angefangen und dann fand man es fast schon amüsant, dass auf einmal große Finanzinvestoren so Music as an Asset erkannt haben.
00:36:52: Da war es durchaus auch so, dass es zu Kulturclashes kam.
00:36:56: also die Musikindustrie ist ja traditionell schon eher ein Peoples Business vielleicht jetzt auch nicht immer die scharfsten Rechner sondern hier dann auch mal fünf Gerades sein lassen.
00:37:06: Und dann kommen diese Finanz Investoren lustigerweise Also die langweilige Seite der Investoren, also die so an langen Rediten interessiert waren.
00:37:16: Ich erinnere mich an zu Gesprächen.
00:37:17: Das sind Leute, die dann früher ... Ja wir machen Infrastructure!
00:37:21: Wir machen Solarpanäle, Autobahnen und jetzt Musik.
00:37:29: Und es ist natürlich deswegen so interessant für sie weil durch dieses Streaming sehr stabile Ausspielungs- In dem Moment hat man natürlich einen Cashflow, der sich auf dreißigvierzig Jahre prognostizieren lässt.
00:37:44: Deswegen kaufen die auch nicht die neuen Sachen sondern die alten Sachen wo sie wissen die bewegen sich nicht.
00:37:52: Was hat es in der Musikbranche geändert?
00:37:54: Man könnte jetzt erstmal kurzsichtig sagen naja gut Der Ausspielungsweg ist nach wie vor der gleiche weil die Kaufen das ja nicht um es irgendwie aus dem System raus zu lösen Sondern die sagen Ja wir wollen den cashflow deswegen bleibt es erst mal Das wird nicht aus der GEMA abgezogen, das wird auch nicht aus Musikverlagen abgezogen und es bleibt noch auf Spotify.
00:38:13: Aber natürlich blicken die anders auf die Renditen weil das sind hochprofessionelle Unternehmen, die natürlich gucken wo kann ich noch tweaken?
00:38:20: Wo kann ich optimieren?
00:38:22: Der Kostendruck wird größer Die Transparenz Erwartungen werden natürlich größer Und ist ein bisschen schade dadurch dass halt dieses Kataloggeschäft so interessant geworden ist früher traditionelle Musikunternehmen immer gemacht haben.
00:38:40: Nämlich mit dem Katalog, weil sie das Frontline-Geschäft also die Newcomer zu finanzieren weniger interessant wurden, weil es natürlich ein Hochrisikogeschäft ist.
00:38:50: Sie investieren in, sagen wir mal, hundert neue Bands oder Sängerinnen und Sänger Und eine davon bringt dann im Prinzip den Durchbruch und finanziert die Neuen neunzig anderen
00:39:01: Farmer unternehmen was unterschiedliche Dinge in der Pipeline hat.
00:39:04: ja
00:39:06: Jetzt werden wir hierzu so Generiker herstellen, die sagen, wir erhauen jetzt im Prinzip noch mehr Geld in die Kataloge.
00:39:12: Die werden immer teurer weil sie halt endlos weiterlaufen und immer weiter Revenue produzieren wird innerhalb der Musikindustrie gerade sehr viel Geld und auch Attention auf diesen Backkatalog gesetzt und das Frontline-Geschäft wird weniger.
00:39:28: Und das ist schade.
00:39:30: und da sehen wir natürlich für uns auch die Aufgabe vielleicht zu helfen damit dann doch wieder in die nächste Generation kommen, weil natürlich wird es auch in der nächsten Generation irgendwie eine Taylor Swift gegeben.
00:39:40: Aber Sie sehen ja immer nur die Superstars und sie sehen nicht, dass ich das nicht geschafft habe.
00:39:46: Deswegen ist ihr Fördermodell hier auch so wichtig!
00:39:48: Und wie sehr skalibriert?
00:39:50: Ich hab noch ein paar persönliche Fragen zum Ende hin.
00:39:53: Sie haben Rechts- und Geschichtswissenschaften studiert.
00:39:55: Was hat den Ausschlag für den Beruf des Rechtsanwalts gegeben?
00:40:00: Also für Geschichte schlägt nach wie vor mein Herz.
00:40:02: Ich habe das auch wirklich aus Großüberzeugung, ich hab erst Geschichte und Politikwissenschaft gemacht und bin dann auf Jura gewechselt.
00:40:08: Das Berufsbild des Historikers hat mir nicht so getaukt sehr viel mit Totenquellen zu arbeiten und das meiste ist schon vorbei oder man kann wenig mit Menschen sprechen.
00:40:21: da fand ich die Seite des Rechts wo man mit lebenden Sachverhalten, lebende Menschen zu tun hat.
00:40:26: Es hat mich dann mehr gereizt Aber ich habe immer noch beides, die Leidenschaft für die Geschichte und für die juristische Seite der Welt.
00:40:37: Und was hat sie motiviert bei der GEMA einzusteigen?
00:40:42: Ich war mit Leidenschaft Rechtsanwalt in meiner Eigenschaft als Rechtsanwalte GEMA schon als Mandantin gehabt, weil ich so einer großen Wirtschaftskanzlei hab verschiedene Unternehmen betreut.
00:40:53: Die Geber fand ich immer spannend, weil die so diese obskure Welt aus Musikrechten und natürlich auch so dieser leichte Klemmer der Musikwelt.
00:41:00: gleichzeitig ist es aber auch so staatrechtlich geprägt.
00:41:04: Das hat meine Neugierde geweckt und ich war mir eigentlich immer sicher, ich bleibe mein Leben lang rechtsanwaltet und ich werde nie in einem Unternehmen arbeiten.
00:41:12: Und als dann das Angebot kam, das mal auszuprobieren, dann dachte ich, das mache ich jetzt mal ein paar Monate und schaue mir das an und gehe zurück in die Anwaltspraxis.
00:41:19: Und das ist jetzt dreizehn Jahre her!
00:41:23: Privatmusik ohne irgendwelche berufliche Hintergedanken hören.
00:41:27: und wenn ja, wann hören Sie Musik in Ihrer Freizeit?
00:41:30: Also
00:41:30: ich will nach wie vor mit großer Leidenschaft Musik.
00:41:32: Es macht ihr noch mehr Spaß, weil ich teilweise jetzt die Geschichten hinter der Musik kenne.
00:41:37: Teilweise auch das Glück habe, die Leute, die die Musik machen dann auch kennenzulernen und sie vielleicht mal zu fragen, wie der oder der Song entstanden ist.
00:41:46: Also Musik trägt mich durch den Tag.
00:41:48: Ich höre uns gleich beim Aufstehen Musik.
00:41:50: Ich mache beim Sport höre ich Musik und auch wenn ich unterwegs bin, so auf Reisen zum Flugzeug oder im Zug die Kopfhörer rein zu machen.
00:42:01: Und mal so ein kaltes Album zu werden ist nach wie vor ein großes Glück für
00:42:04: mich.
00:42:05: Wenn wir Ihnen einen Konzertbesuch schenken dürfen, kosten spielen keine Rolle?
00:42:09: Auf welche Künstlerin oder welchen Künstler viele Ihre Wahl?
00:42:14: Also ich habe das Glück beruflich sehr viele Konzerte abzusuchen zu dürfen.
00:42:18: Auch welche wo es schwierig ist hinzukommen.
00:42:20: also wenn bei so... Preisverleihungen beispielsweise, Leute wie sonst vor fünfzigtausend Spielen dann vor fünfzig Leuten spielen.
00:42:27: Das ist wirklich ein Riesenpribiläk.
00:42:29: Ich bin auch den Fan dieser dieser riesen Konzerte.
00:42:34: Ich glaube bei Konzerten habe ich leider so viel überwundet.
00:42:39: Ja ja, ich hab sowieso so Wünsche die nicht erfüllbar sind.
00:42:42: Wie hätte ich damals Nirvana mal live gesehen oder hätte ich die Beatles jemals spielen können?
00:42:50: Das wird immer immer ein Wunschtraum bleiben.
00:42:53: Unsere Studierenden, vorletzte Frage stehen bald vor dem Eintritt ins Berufsleben.
00:42:58: Was meinen Sie?
00:42:58: Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte man mitbringen um sich auch künftig in der Praxis zu behaupten?
00:43:06: Das ist eine schwierige Frage.
00:43:08: wird natürlich jetzt.
00:43:08: also meine Kinder gehen jetzt auch langsam so auf das Studienalter zu Und dann wird man viel gefragt was glaubst du braucht man in der Welt von dem er noch gar nicht weiß?
00:43:21: Mir fällt da nicht mehr ein, als zu sagen such dir was, was dir wirklich Spaß macht und versuch nicht nach irgendwelchen Job-Aussichten zu gehen.
00:43:27: Weil die werden wahrscheinlich in fünf Jahren eh alles ganz anders sein, als man jetzt glaubt.
00:43:32: Ich habe mir immer Aufgaben gesucht, die mir Spaß gemacht haben Und mich so motiviert haben dass ich es einfach gerne gemacht hab und dann ist der Erfolg von alleine gekommen.
00:43:40: Vielleicht ist das nach wie vor das Beste, was man haben kann.
00:43:46: Neugierde schadet nie Und einen wachen Blick nach links und rechts nicht zu tief graben, sondern auch in die Breite gucken.
00:43:54: Mir fällt mir nicht ein.
00:43:55: Das ist
00:43:56: schon eine ganze Menge.
00:43:58: Letzte Frage, die aber eigentlich gar keine Frage mehr ist, sondern immer am Ende steht die Bitte um eine Satzergänzung.
00:44:04: Wir haben jetzt viel über wirtschaftlichen Wandel gesprochen, auch über Transformation damit.
00:44:09: Wenn es einen Satz gäbe der würde mit dem Begriff der Transformation beginnen dann käme ein Gedankenstrich wie würden Sie den ergänzen?
00:44:17: Transformation steckt immer bei einem selber an und sie hört nie auf.
00:44:26: Lieber Dr.
00:44:26: Holzmiller, ganz herzlichen Dank dass wir heute Ihren Puls fühlen durften.
00:44:29: für mich war das ein sehr interessantes Gespräch weil es sich um ein Thema in der Branche ein Geschäftsmodell handelt was zwar vom Namen her vom Akronyme jeder kennt aber man gar nicht so genau weiß, was dahinter steht und man merkt dass sie an das letzte anknüpfen.
00:44:45: dafür brennen auch für diejenigen, die das machen des Musikbusiness.
00:44:49: Und da darf ich Sie als Musikfan nur unterstützen, dass Sie das weiter tun damit auch so viele Künstlerinnen und Künstlern fruchten, was ich sehr positiv finde und ich darf Ihnen persönlich natürlich auch für Die GEMA alles gute wünschen.
00:45:02: Herzlichen Dank!
00:45:03: Danke Ihnen es hat Spaß gemacht.