00:00:17: Professor Dr.
00:00:25: Stefan Paul von der Ruhr-Universität Bochum spricht mit Entscheidungsträgern über wirtschaftliche Wandlungsprozesse.
00:00:33: Vor welchen Herausforderungen steht derzeit die Transformation eines mittelständischen Unternehmens des Maschinenbaus?
00:00:42: Das habe ich Charlotte Finger gefragt, Geschäftsführerin der im Familienbesitz befindlichen Maschinenfabrik Mörninghoff die sich in ihrer einhundertzehnjährigen Geschichte von einem Bergbauzulieferer zu einem hochspezialisierten Nischenanbieter von Antriebstechnik entwickelt hat.
00:01:01: Frau Finger lässt die Herausforderungen der Transformation einschließlich des Generationenübergangs sowie deren Finanzierung Revue passieren und stellt dann die Bedeutung einer klaren Perspektive angesichts des immer schnelleren Wandels heraus.
00:01:20: Ich glaube, an der ersten Stelle ist es wichtiger denn je gerade weil alles andere so kurzlebig ist.
00:01:27: also ich glaube zumindest in diesem Bereich dieser Grundstruktur Planbar und verlässlich für alle zu sein hat einen noch höheren Wert als früher, wo auch vieles andere einfach über Jahre lang gleich blieb.
00:01:40: Also ich glaube gerade weil alles irgendwie auseinander bricht uns so hinterfragen ist und so schnell geht und also die Technologiezyklen werden wahnsinnig kurz Und ich sehe ja auch wie die Mitarbeiter an vielen Stellen dadurch überfordert werden oder wie es schwierig ist das Tempo irgendwie aufrechtzuerhalten.
00:02:00: Ich bin dieses Mitnehmen immer ein bisschen blöd, aber Sie wissen was ich meine.
00:02:04: Also ich glaube gerade weil das so ist an dieser Stelle diese diese Konsequenz oder diese Langfristigkeit, diese Planbarkeit, diese Nachhaltigkeit wichtiger denn je es ist natürlich schwierig Ist schon klar und dass was heute über allem steht ist Resilienz Flexibilität Anpassungsfähigkeit.
00:02:28: Das sind schon die Dinge die so ein Unternehmen, aber auch seine Mitarbeiter demnach natürlich ausmachen muss.
00:02:35: Auch uns selber als Führung.
00:02:38: Aber ich glaube gerade dass wir irgendwie den Leuten glaubhaft vermitteln können.
00:02:43: Wir stehen das auch durch bis zum Ende mit euch.
00:03:04: Ja liebe Frau Finger herzlich willkommen zu Paun Ampuls!
00:03:07: Vielen Dank, dass sich heute hier bei Ihnen sein darf in der Maschinenfabrik Mönninghoff.
00:03:12: Im Mittelpunkt unseres Podcasts stehen ja langfristige wirtschaftliche Transformationsprozesse.
00:03:18: Heute würde ich mit Ihnen gerne sprechen über Transformation und deren Finanzierung, aber auch die Nachfolge Thematik in einem mittelständischen Unternehmen.
00:03:29: Wenn wir mal anfangen angesichts einer mehr als hundertziehjährigen Geschichte ihres Unternehmens Können Sie die Transformationen, die das Geschäftsmodell seither vollzogen hat eigentlich noch zählen.
00:03:41: und wie sieht dieses heute aus?
00:03:46: Das ist tatsächlich viel passiert in über hundert Jahren.
00:03:51: Vielleicht fange ich damit an was wir heute machen, damit man dann ein bisschen besser verstehen kann, wie weit der Weg dahin war.
00:03:57: Wir sind in einer sehr speziellen Nische der Antriebstechnik.
00:04:01: Wir entwickeln und fertigen hier Kupplungen und Bremsen verschiedenster Art.
00:04:09: Die grenzen uns ein bisschen ab von allen anderen, die das tun.
00:04:13: Das sind schon noch zwei drei andere Firmen in Deutschland dem Land der Antriebstechnik, die dieses Produktportfolio quasi haben nur dass es bei uns kein richtiges Produkt Portfolio ist, kein Katalog keine Serienprodukte nichts vom Lager sondern wir fangen eigentlich da an wo alle Anderen aufhören denn wir fertigen nur kundenspezifisch.
00:04:31: also die Kunden kommen immer erst mal mit einem Problem wie entwickeln erstmal sehr engineeringlastig und fertigen dann natürlich danach auch noch Hardware dieser jeweiligen Lösungen, die wir dann in hoffentlich erst reiner Qualität dem Kunden verkaufen und eben vor allem da auch viel kleine Stückzahl.
00:04:50: Also es ist sehr individuell sehr besonders viele Nischenmärkte, hohe Anforderung.
00:04:55: Aber das ist eben überhaupt gar nicht, dass wir damit angefangen haben.
00:04:58: Ich glaube die eine Firma, die da noch mal einen weiteren Spagat gemacht hat, ist Nokia mit den Gummistiefeln bis zum Handy.
00:05:06: bei uns war es nicht ganz so weit, weil wir schon noch irgendwie aus dem Maschinenbau kamen aber trotzdem sehr weit weg.
00:05:11: Wir haben hier in Jahr neunzehntsechzehn angefangen typisch im Ruhrgebiet als Bergbauzulieferer und haben große Anlagen für den Untertagetransport hergestellt deswegen auch einen eigenen Gleiszugang um das transportieren zu können.
00:05:25: Heute ist all das, was wir machen eigentlich gut in Paket zu packen hat sich ein bisschen was verändert.
00:05:32: von den Traglasten für die Deckenkrähne und von diesem einzigen Markt.
00:05:40: als Kunde dem Bergbau haben wir uns irgendwann so Sechziger, siebzigern dazu hinentwickelt dass wir eben in die Antriebstechnik gegangen sind.
00:05:49: Wir haben dann den Bergbau über zwanzig Jahre komplett abgeschüttelt und nur noch Antriebstechnik für gefühlt alle anderen Branchen gemacht also gar keinen einzigen Kunden überhaupt noch in diesem Segment beliefern alle möglichen anderen Branchen.
00:06:04: Also das vielleicht schon mal erstmal die große Transformation vom Produkt her, wo wir damals aber auch mehrere Jahrzehnte Zeit für hatten.
00:06:12: Das sollte sicherlich auch nicht mehr möglich sich dafür so viel Zeit zu nehmen.
00:06:16: Aber genauso haben natürlich die Kriegsjahre sicherlich das Unternehmen... erschüttert, verändert geprägt.
00:06:26: Genau so eine Zäsur wird gewesen sein wo sich viel verändert hat.
00:06:28: dann die einsetzende Globalisierung.
00:06:30: danach als irgendwann jemand auf die Idee kam diese sache nicht nur in deutschland sondern vielleicht auch außerhalb von europa zu verkaufen und Leute hier sich damit beschäftigt haben, Vertriebspartnerschaften in Japan und überall auf der Welt auch zu bauen.
00:06:46: Also klar kam dann das ist jetzt immer nur so Marktprodukt natürlich über Transformation reden, haben sich die Fertigungsmöglichkeiten extrem verändert.
00:06:56: Das fing an mit den ersten CNC gesteuerten Maschinen woher ja keiner wusste was zu tun ist Und jetzt natürlich in diesen Zeiten mit Automation und allem sowieso.
00:07:06: im Moment sind wir mitten sowohl beim Produkt wie auch bei den Prozessen irgendwie natürlich KI zu integrieren, smarte Produkte zu haben, smart zu fertigen.
00:07:19: Also so richtig ruhig ist es nie gewesen und bleibt das auch nicht.
00:07:26: Aber wenn man auf die wichtigsten Absatzmärkte geografisch schaut welche sind das?
00:07:30: Heute ja.
00:07:32: also wir exportieren zu siebzig Prozent.
00:07:34: Das heißt, Deutschland ist mit dreißig Prozent schon noch der wichtigste und größte Markt.
00:07:40: Wobei natürlich unsere deutschen Kunden wiederum auch viel selber dann exportieren.
00:07:44: wir haben eine eigene Vertriebstochtergesellschaft sowohl in Shanghai wie auch im Charlotte North Carolina.
00:07:52: also China und USA sind schon große und auch wichtige und auch Hightech-Märkte.
00:08:00: Aber natürlich auch Europa mit Italien, Frankreich, UK und solchen Ländern hat viele interessante Kunden vor uns.
00:08:09: Wenn wir an China- und USA mal anknüpfen, inwiefern sind Sie dann von den geopolitischen Krisen?
00:08:15: Und die Veränderung der letzten, sagen wir mal anderthalb Jahre betroffen gewesen?
00:08:20: Ja war natürlich sehr volatil schwierig sich auf irgendwas einzupendeln.
00:08:25: also Wenn ich jetzt mal zurückdenke an März, kurz nachdem der Irankrieg begonnen hat.
00:08:30: Wir haben hier von einem Lieferanten ein Angebot bekommen mit einer Gültigkeit von zwei Stunden.
00:08:36: Also es war fast schon lächerlich muss man ja erstmal die E-Mail in den zwei Stunden lesen geschweige denn auch noch sich entscheiden ob das jetzt Sinn ergibt.
00:08:43: also da hat man schon gemerkt zwar hat wieder mal alles in Frage gestellt.
00:08:47: Die Lieferkette hat sich ja mittlerweile wieder ganz gut gefangen, aber man hat es natürlich gemerkt nicht nur durch den Iran sondern auch durch andere Faktoren jetzt in den letzten anderthalb zwei Jahren Materialpreise Vor allem Hartmetall zum Beispiel aus China.
00:09:05: Die haben ja einfach extrem die Preise angehoben, das sind so Sachen, dass man bei unseren Werkzeugen alles was Kupfer beinhaltet und solche Themen irre teuer geworden.
00:09:15: Transportkosten natürlich wir beziehen hauptsächlich lokal aber auch diese Sachen kommen jetzt zu unseren Lieferanten meistens doch über internationale Wege.
00:09:24: ich sage ja gerade siebzig Prozent Export.
00:09:26: also die Sachen verschiffeln wir natürlich auch häufig irgendwo anders hin.
00:09:29: da macht es natürlich schon etwas aus dann auf einmal die Transportkosten extrem in die Höhe gehen.
00:09:37: Wenn man da überhaupt noch lang fahren kann, genau aktuell wieder so eine Sache an die Skada gedacht hatte dass das uns passieren kann.
00:09:44: Natürlich dieser ganze Konflikt USA China wo wir irgendwie in der Mitte sitzen ein bisschen auf dem Präsentierteller von links und rechts beschossen Die Zölle-USA Riesenthema natürlich gewesen gerade in der Phase wo wir eben auch unser Vertriebsbüro gegründet haben.
00:10:01: letztes Jahr kamen das ja und war dadurch mit einer großen Unsicherheit verbunden.
00:10:05: was machen Real am Ende?
00:10:08: ungefähr zwanzig Prozent kam ja sehr drauf an, die Sachen wurden hier unterschiedlich stark mit Zöllen belegt und das Ganze selbst da wo es nicht direkt spürbar ist.
00:10:19: hat sich natürlich indirekt auch ausgewirkt, weil durch diese große Unsicherheit alle weiterhin Investitionen zurückgehalten haben.
00:10:25: Also der Konjunkturaufschwung, den wir ja eigentlich alle nachts an der letzten Bundestagswahl irgendwie erwartet hatten, weil es zumindest politisch innenpolitisch endlich wieder so ein bisschen Stabilität da war, der kam dann nicht, weil außenpolitisch so viele weitere Unsicherheiten drin waren und eben weiterhin Investition zurück gehalten wurden.
00:10:43: Und da sind wir als Nicht-Konsum gut Extrem von Betroffen gewesen.
00:10:49: Jetzt haben sie ja eingangs gesagt, Sie fertigen sehr kunden Individuen und können auch sagen das ist ein Manufaktur Ansatz.
00:10:56: mit anderen Worten da kann es nicht um die Erziehung von Skaleneffekten gehen.
00:11:01: Umso schwieriger ist die Kapazitätsplan.
00:11:03: Wie
00:11:04: stark atmet die Zahl ihrer Mitarbeitenden?
00:11:08: So wenig wie möglich.
00:11:12: Also Anlernphase ist bei uns extrem lang bei neuen Mitarbeitern, egal in welchem Bereich.
00:11:18: Demnach versuchen wir immer... Wir arbeiten gar nicht mit Leiharbeit und wir versuchen schon wirklich immer die Leute zu halten.
00:11:26: Es lohnt sich nicht jetzt mal vom persönlichen ganz abgesehen.
00:11:29: aber wenn man es einfach als als Kostenquote oder als KPI-Wert nehmen.
00:11:37: Es lohnt sich auch einfach nicht, da dann immer sofort Maßnahmen zu ergreifen und dann ein halbes Jahr später wieder neue Leute zu suchen und einzustellen.
00:11:43: genau wie finden die Leute ja so gar nicht mehr.
00:11:46: demnach also solange wir nicht nennenswerte Verluste machen lassen mir das Personal unangetastet und versuchen bei den anderen Kostenpositionen den Hebel zu nehmen.
00:12:01: Also Personal ist das Letzte, wo wir eigentlich wirklich ran gehen wenn es uns finanziell schlecht geht.
00:12:06: weil bei dem was wir machen sehr speziell wie gesagt einfach darauf angewiesen sind die Leute mit der langjährigen Erfahrung im Unternehmen auch zu halten.
00:12:17: vor fünf Jahren etwa haben sie einen neuen Stadtort in einer Berufungsbezug.
00:12:23: warum
00:12:23: war das notwendig und welche Aspekte erwiesen sich dabei als größte Herausforderung?
00:12:28: Ja, warum war das notwendig?
00:12:30: Wenn sie in dem alten Gebäude mal gewesen wären würde sich die Frage von alleine beantworten.
00:12:36: Das ist der alte Standort über hundert Jahre mitten in der Woche mal Innenstadt Also schon mal von der Lage heute unmöglich, mitten in der Wohnbebauung.
00:12:45: Stahl wurde über eine Spielstraße angeliefert.
00:12:48: Katastrophe!
00:12:49: Dann ein Altbau, der wir komplett im Krieg zerstört worden und dann aus Trommerschutz wieder aufgebaut also jetzt eigentlich die allerbeste Bausubstanz energetisch voll Katastrofe.
00:13:01: Wir hatten demnach natürlich auch immense Energiekosten Klammer auf Gas, Klamma zu was dann auch spätestens vor vierenhalb Jahren irgendwie noch mal unangenehmer geworden wäre als es ohnehin schon war.
00:13:14: Der Materialfluss in der Firma war eine Katastrophe.
00:13:17: über alles so ein organisch gewachsenes Gebäude hier noch etwas angebaut da war's dazu gekauft Lager auf drei Etagen versand im Keller zwei Verwaltungsgebäude Alles was man nicht haben möchte Und mein Favourite eigentlich, die zwei Arbeitswelten Büro und Fertigung waren getrennt von einer roten Stahltür.
00:13:38: Wirklich nichts.
00:13:38: Trennmitarbeiter auch so sehr voneinander wie das.
00:13:42: Das was wir machen erfordert eine intensive Zusammenarbeit aller Bereiche und nicht diese zwei Arbeitsmelden.
00:13:49: Die Notwendigkeit war da klar.
00:13:53: Das war auch früh erkannt, dass wir da weg mussten.
00:13:55: Aber für sowas müssen natürlich viele Sterne gut in der richtigen Konstellation stehen.
00:14:00: Wir brauchten einen Käufer für das Alte und die Stadt Bochum, die mit einer B-Planänderung mitgegangen ist.
00:14:06: Wir brauchen ein neues Grundstück nicht zu weit weg A, um die Mitarbeiter mitnehmen zu können.
00:14:13: B musste es eigentlich in Bochums sein.
00:14:15: Es war eine Bedingung der Stadt uns verändern und die das auch mitgehen für den alten Standort, aber eben nur wenn wir hier bleiben.
00:14:26: Und dann natürlich muss irgendwie die Finanzierung in den Jahren auch da sein, wenn dann so ein Grundstück da ist?
00:14:32: Wir hatten zum Glück zwei neunzehn als wir es geplant haben, zwei drei starke Jahre im Rücken.
00:14:39: Wir haben es beauftragt und finanziert.
00:14:42: im Sommer zwanzigzwanzig während Corona, wo natürlich mir auch viele Leute gesagt haben bist du irre jetzt in dieser Krise.
00:14:48: Wer weiß wie lange die andauert?
00:14:51: Du musst das dann ja auch irgendwann beginnen zu tilgen.
00:14:55: rückblickend mehr Glück als Verstand hat das alles ganz gut geklappt Aber es hat demnach auch noch ein bisschen Mut dazu gehört.
00:15:04: Und das musste alles am gleichen Tag da sein, das Geld und die Grundstücke und Käufer und alle mussten sie... und das hat zum Glück geklappt!
00:15:12: Weil ich glaube, dass hätte auch ganz knapp eben nicht klappen können und wenn wir zwei Jahre später angefangen hätten wäre's wahrscheinlich unmöglich gewesen.
00:15:23: Minimum Momentum
00:15:26: Jetzt gibt es nicht nur diesen Standort, sondern Sie haben auch erworben die Chemnitzer Zahnradfabrik.
00:15:32: Welche Motivation gab's dafür?
00:15:34: Und welchen Teil Ihrer persönlichen Arbeitszeit widmen Sie dieser Tochter?
00:15:40: Also dass die Chemnetzer Zahnratfabriken alligenderweise nicht in Bochum, sondern eben wenn Chemnits liegt und damit ein paar Kilometer entfernt ist klar.
00:15:51: Das Ganze kam nach der Wende.
00:15:53: Mein Vater hatte damals ... Ich sagte ja, wir kommen ursprünglich aus dem Bergbau und haben uns dann angefangen mit Antriebstechnik zu beschäftigen.
00:16:00: Aber bevor so richtig mit einer Strategie klar war was wir damit eigentlich machen sowie heute als das noch in dieser Transformationsphase eben war und noch nicht so klar war, wohin geht das Ganze?
00:16:15: Und so ein bisschen ausprobiert wurde.
00:16:16: Waren es nicht nur Kupplungen und Bremsen die wir hier gemacht haben sondern eben auch Getriebe kamen so ein bißchen zufällig über die Irreungen und Wirrungen der Geschichte.
00:16:24: aber da hatten diese beiden Produkte im Haus und mit der Zeit irgendwann hat mein Vater gesagt Das ist gar nicht so praktisch beides unter einem Dach Braucht andere Ingenieure, braucht andere Fertigungsmethoden und läuft bei einer anderen Kostenstruktur.
00:16:38: Und hat gesagt dieser Getriebebau muss eigentlich eigenständig selbstständig sein und sich auch selbst dann mit Druck sich selbst ernähren zu können ist da vielleicht auch ein bisschen mehr Bewegung darin und wollte eigentlich in Bochum auf der Anderen Straßenseite eine Getriebepformer dafür bauen.
00:16:55: und nachdem er drei Jahre auf die Baugenehmigung gewartet hat Und dann, während dieses Wartens die Mauer gefallen war, hat er eben damals gesagt Dann mache ich es doch aber drüben.
00:17:07: Ich tue irgendwie meinen Teil zur Wiedervereinigung beitragen und finde vielleicht auch eine Firma, die in dem Bereich schon Know-How und Mitarbeiter hat uns losgelöst davon das ist natürlich auch subventioniert wurde.
00:17:19: und dann hat er seine Bemühungen hier quasi das gegenüber aufzubauen beendet und ist zwei drei Jahre durch die neuen Bundesländer damals ja wirklich noch gefahren und hat einen Betrieb gesucht, der da zu passen würde.
00:17:32: Und ist eben in Chemnitz auf diese Chemnitser Zahnradfabrik gestoßen die noch älter ist als wir das sind von Achtzehntneunzig.
00:17:39: auch die haben sich stark transformiert.
00:17:41: Die haben angefangen mit Drehmaschinen und machten dann während der DDR Zeit für ein Kombinat Verzahnungsteile für Lkw-Getriebe.
00:17:48: also das passte schon mal so vom Fertigungs Knowhow und die hatte er dann von der Treuhand privatisiert diese Idee, dieses Sondergetriebeprogramms da reingegeben und das waren sicherlich auch harte Transformationsjahre am Anfang.
00:18:07: Aber heute ist es eine eigenständige Firma, ich sag mal grob ähnliche Größe, gleiche Größe wie hier in Buchen die Firma, die mit einem tollen Produkt auch einen tollen Markt dasteht und demnach aber wirklich Fifty-Fifty, fünfzig Prozent meiner Zeit beansprucht.
00:18:25: denn Gleich große Firma mit gleich vielen Problemen.
00:18:31: Komplett eigenständig, eigene andere Hausbank, anderes ERP-System, andere Abteilungsleiter und demnach natürlich auch wieder eigene andere Probleme.
00:18:41: Und demnache fahre ich jede Woche hin und her und versuche so Hälfte für beide dazu sein.
00:18:46: Stichfach
00:18:47: Unternehmenskultur.
00:18:48: ist es notwendig und möglich am beiden Standorten dieselbe Kultur zu pflegen oder ist die in einer Weise unterschiedlich?
00:18:56: Nein, die ist ganz unterschiedlich.
00:19:00: Ja ich kann gar nicht unbedingt sagen warum und wieso?
00:19:05: Ich stelle es nur fest und nehme es wie es ist.
00:19:13: Das ist richtig deswegen weil sie nun auch gar nichts miteinander zu tun haben.
00:19:16: Ist das in Ordnung?
00:19:17: Es ist eine ganz andere Art der Kommunikation.
00:19:19: Es ist irgendwie auch eine andere Art zu arbeiten.
00:19:22: Für mich ist das natürlich immer ein bisschen schwierig, weil ich aus diesen beiden Welten hin und her springe und mich dann irgendwie immer so ein bisschen wieder besinnen muss.
00:19:29: Mit wem rede ich hier eigentlich gerade?
00:19:30: Und pass' ich mich jetzt doch vielleicht ein bisschen an.
00:19:36: Aber nee die Kultur ist wirklich eine ganz andere was aber mittlerweile der Fall ist und es ist eigentlich ganz schön so die jeweiligen... Also ich sag mal jeder hat zu seinem Counterpart in der anderen Firma eigentlich einen ganz guten Draht mittlerweile.
00:19:52: Also unser IT-Leiter, ein Chemnitz telefoniert dann mal mit dem IT- Leiter in Bochum und sagt hier dich treibt doch bestimmt auch nicht zwei um hast du da schon was?
00:19:59: Oder beide kaufmännische Leiter treffen sich irgendwie beim Finanzierungstag vom VDMA oder irgendwas.
00:20:06: also so... Da hat man jemanden, den man anrufen kann wo eine Vertrauensbasis ist.
00:20:13: das ist eigentlich ganz schön aber sonst sind sie eben operativ nicht verbunden.
00:20:16: deswegen Kann man sich auch diese zwei Kulturen und anderen Strukturen leisten?
00:20:22: Und muss ich nicht anpassen.
00:20:23: Wenn wir zur Finanzierung des Wandels kommen,
00:20:26: welches
00:20:26: Verhältnis von Eigen zu Fremdkapital haben Sie oder streben sie an?
00:20:31: ist es so dass man in diesen Umbruch also in den transformatorischen Zeiten eher mehr Pufferbrauch auf der Kapitals Seite um Resilienz zu bleiben?
00:20:41: Also ich glaube, irgendwie so thirty-fünf bis fünfundvierzig Prozent oder so, glaube ich, Eigenkapital gilt als Krisenfest.
00:20:50: Ich wollte gerade sagen bei uns im Maschinenbau.
00:20:55: Hier hatten vor dem Bau hier lagen wir so bei forty fünf Prozent das war sicherlich gut.
00:21:00: dann haben wir natürlich einen großen Schluck aus der Pulle genommen indem wir hier wirklich eine große Summe finanziert haben, um das ja um diesen Umzug möglich zu machen.
00:21:13: Es sind jetzt eher so bei siebenundzwanzig Prozent.
00:21:16: danach kamen jetzt natürlich auch ein paar schwierige Jahre.
00:21:19: ich hätte das gerne schon bisschen weiter aufgebaut.
00:21:22: wir sind da jetzt eher am Minimum mit dem was mit der Bank vereinbart war.
00:21:26: aber ich denke mal Und natürlich bin ich da Berufsoptimist.
00:21:31: Jetzt, wo die Konjunktur ja sicherlich anziehen wird werden wir die nächsten Jahre dann auch daran arbeiten das wieder hochzuschrauben.
00:21:38: Natürlich müssen wir irgendwie kontinuierlich investieren.
00:21:43: so eine Sprung Investition wie so ein Gebäude Das passiert dann vielleicht wirklich nur alle hundert oder gut sagen wir mal alle fünfzig Jahre.
00:21:51: Wenn wir gut wachsen, dann baue ich auch gerne vorher an.
00:21:53: Aber eigentlich ist das natürlich nur selten der Fall.
00:21:56: aber gerade so beim Maschinenpark tut es uns eigentlich ganz gut wenn wir ungefähr einmal im Jahr eine neue Maschine kaufen.
00:22:03: sonst wird der Rückstau da einfach zu groß und das ist auch von den Kapazitäten immer schwierig dann sehr viele Technologien gleichzeitig zu verändern.
00:22:11: also da ist schon eine Art Kontinuität drin.
00:22:13: so ne Sprungssache ist sicherlich selben.
00:22:15: demnach hoffe ich mal schon dass wir das in den nächsten Jahren wieder zumindest gehen wäre so mein Ziel wert.
00:22:22: Wenn Sie dann sagen, was streben wir an?
00:22:24: Mehr Puffer sicherlich also bei allem, was uns bevorsteht würde ich besser schlafen wenn da Puffa ist klar.
00:22:34: Ich höre es gibt Firmen die hundert Prozent Eigenkapital haben.
00:22:38: Vollkommen verrückt kann man gar nicht vorstellen wie das sein muss, wenn man nirgends anrufen muss, weil man was braucht.
00:22:49: Nein, also ich sag mal für uns dass ich komfortabel operieren kann.
00:22:55: Zumindest jetzt was diese Quote angeht.
00:22:57: Cashflow ist natürlich immer noch etwas anderes Liquidität und da spielen ja immer noch ein paar Mehrzahlen mit rein.
00:23:04: aber das wäre so ein Wert wo ich sage dafür da würden wir uns wohl fühlen und dann ist alles gut uns bevorsteht.
00:23:14: und eben auch dieses Wachstum, was wir anstreben braucht natürlich erstmal Investition.
00:23:18: Das kommt nicht von alleine.
00:23:20: Da muss man erst mal Vorleistung gehen.
00:23:21: Und werden Sie denn bereit das Unternehmen gehört ja der Familie auch andere Gesellschaft damit aufzunehmen wenn es aktive Wachslumsmöglichkeiten gäbe die sie nicht allein finanzieren könnte?
00:23:34: Klar ist nein!
00:23:37: Also erstmal Wachstum, ja aber eben nicht um jeden Preis.
00:23:42: Das wäre der eine den ich dafür nicht bereit wäre zu zahlen.
00:23:45: Ich glaube auch selbst wenn das nicht mit dem Verkauf von Anteilen verbunden wäre einfach von dem was sich so in die letzten zehn Jahren jetzt hier oder sowas mein Gefühl auch mit unserem Business ist.
00:23:58: Ich würde auch selbst dann es anders möglich wäre.
00:24:01: Ich glaub ich würde lieber organisch und langsam und gut wachsen als durch so einen Push ohne dann die passenden Strukturen zu haben.
00:24:11: Also vielleicht ein kleines Beispiel dazu aus Chemnitz, da platzten wir aus allen Nähten – das muss man wirklich sagen!
00:24:16: Man konnte sich in der Fertigung kaum noch bewegen.
00:24:18: überall war Material Wir waren im Umsatz stark gewachsen innerhalb von zwei Jahren fast eine Verdoppelung Und dann wurde als Lösung, als erstes die Produktionsfläche verdoppelt und angebaut.
00:24:33: Irgendwann war die doppelte Fläche da und es waren auch direkt drei Maschinen mitfinanziert worden.
00:24:37: aber der Rest der Struktur wurde nicht angepasst und das hat erstmal zwei, drei Jahre zu einem riesigen Chaos geführt denn irgendwie die ganzen Berichtswege waren noch die Alten und es wurde viel in Excel gemacht und nicht im ERP-System.
00:24:51: Es waren zwar neue Rahmenbedingungen da, die das theoretisch ermöglicht hätten diesen mehr Umsatz effizienter irgendwie abzuarbeiten.
00:25:00: Also es bedarf mehr als nur die Investition in Hardware, irgendwie die Struktur der Firma, die Leute.
00:25:08: das muss alles dazu passen und ich glaube... Mir ist da organisch lieber.
00:25:15: wir haben hier im Bochum damals gesagt wir ziehen erstmal um rödeln uns zurecht und optimieren unsere Strukturen und Prozesse Dann investieren wir in Vertrieb, um dann irgendwie mehr Umsatz oben in den Trichter zu bekommen.
00:25:33: Aber wenn wir das vorher machen kommt unten nicht mehr raus oder dann kommt vielleicht unten Umsatz raus aber kein ertragreicher Umsatz weil wir auf dem Weg dahin zu viel Energie aufbringen müssen um das möglichzumachen.
00:25:45: und deswegen kann ich mir gar keinen Setting vorstellen wo ich jetzt sage wenn jemand eine große Summe hinlegt dann können wir damit auf einmal Dinge ermöglichen.
00:25:55: Ich bin sehr für organisches Wachstum.
00:25:57: Wir kommen mit unserer Größe so erst mal gut klar, ich denke von der Infrastruktur können wir hier locker den doppelten Umsatz machen bevor wir da nochmal Geld in die Hand nehmen müssen.
00:26:08: aber langsam und gut ist lieber als schnell und schlecht.
00:26:11: Das ist das Thema Eigenkapital.
00:26:13: kaum noch.
00:26:13: zum Thema Fremdkapital Wie groß ist Ihr Bankkreis?
00:26:17: Und können Sie ein bisschen was sagen wie intensiv der Kontakt zur Hausbank ist, wie sich das Reporten im Laufe der Zeit entwickelt hat genau die Anforderungen da
00:26:28: haben.
00:26:28: Das hat sich natürlich erst mal zu dem Reporting sehr verändert.
00:26:31: Ich höre noch im Ohr die Geschichte meines Vaters, wie er Anfang der Achtziger dieses Unternehmen hier über ein Management Buyout eigentlich insolvent gekauft hat und das mit einem Handschlag!
00:26:50: Ohne Businessplan, ohne Unterlagen ist da hingegangen und hat gesagt, ich habe da einen Plan.
00:26:54: Ich habe eine Idee.
00:26:56: Ich kann mir vorstellen dass sich das Steuer rumreißen kann wenn ihr die Finanzierung aufrecht erhaltet dann kriegen wir es hin.
00:27:03: Und dann haben sie ihm gesagt ja wir besprechen das mal mit dem Vorstand kommen Sie übermorgen wieder.
00:27:07: und dann kam er zwei Tage später wieder und haben gesagt Herr Finger wir machen das mit ihnen!
00:27:12: Ich glaube das wäre heute anders!
00:27:16: Jetzt gerade aktuell in dieser schwierigen Zeit merke ich auch, dass deutlich mehr nach Planung gefragt wird.
00:27:21: Dass die Bank deutlich mehr sich mit den Zahlen, die sie von uns natürlich ohne Hinquartalsweise bekommen, auch beschäftigen und nicht nur sagen okay wir haben es der Form halber und links ab so lang unten alles ok ist sondern schon deutlich mehr in die Einzelpositionen geht und hinterfragt.
00:27:36: Wir haben ja also Minimum halbjährlich auch Gespräche hier, wo wir so ein bisschen über Projekte und Investitionen und unsere Pläne und Veränderungen richtig berichten.
00:27:50: Und dann habe ich jetzt schon in letzter Zeit gemerkt es wurde deutlich konkreter und nicht nur generell ja alles gut und sonst so sondern wir sind da schon sehr sehr tief rein in die Zahlen gegangen und haben geguckt, wie ist denn die Lage?
00:28:05: Und wie nachhaltig sind dann auch diese Werte, die da auf dem Papier stehen.
00:28:09: Bei uns ist es so wir haben zwei Banken hier im Buchum tatsächlich, würde ich sagen von der Verteilung des Geschäfts, So vom persönlichen gut funktioniert, weil wir da gut betreut werden.
00:28:31: Das muss jetzt gar nicht per se an dem Bankhaus liegen.
00:28:34: das sind ja häufig auch einfach die handelnden Personen, die dann über viele Jahre da bleiben und eben nicht alle anderthalb Jahre irgendwie jemand neuen schicken sondern wo wir wissen es ist Verständnis füreinander da Wir kennen uns und kennen die Historie, das schon von Vorteil für beide Seiten würde ich sagen.
00:28:53: In Chemnitz sind es auch zwei allerdings zwei andere.
00:28:56: da ist die Gewichtung oder die Verteilung des Geschäfts vielleicht so Siebzig, dreißig Prozent.
00:29:02: Interessanterweise sind es da Kommerzbank und Hypo.
00:29:06: Demnach müssen wir jetzt natürlich mal gucken ob wir das irgendwie mal ändern denn das ist natürlich so wie sie es gestaltet eigentlich nur noch eine Bank mit der wir zu tun haben.
00:29:16: Und da ist jetzt natürlich müssen wir uns mal die Karten legen und gucken ob er das so trotzdem weiter fortführen oder wie wir uns darauf stellen.
00:29:24: Aber das hat auch Stichwort Transformation über die Jahre immer wieder gewechselt.
00:29:29: Auch da habe ich noch die Geschichten meines Vaters im Mon aus den Neunzigern, als die Deutsche Bank beschloss keine Mittelstandsfinanzierung eigentlich mehr machen zu wollen sondern ins Investmentbank gehen zu wollen wo eben Und das ist ja schon so eine Bank, ist wahrscheinlich einer der prägendsten Partner von so einem Unternehmen.
00:29:48: Also es gibt wenig wie für Randen oder Kunden die am Ende so einen Impact haben wie wiederum die Hausbank.
00:29:56: und da gab's schon viele, viele Settings in den letzten fünfzig Jahren wo dadurch auch das Unternehmen kurz im Gefahr war oder wo wirklich gravierende Einschnitte dann waren aufgrund der Bankverbindung, die geändert werden musste oder wo sich irgendwas ereignet hat.
00:30:14: Insofern kritischer Moment wenn da irgendwas aus den Fugen gerät.
00:30:20: Deswegen ist das schon auch so eine Beziehung, die wir sehr intensiv versuchen zu pflegen.
00:30:25: Nicht viel Risiko drin.
00:30:26: Jetzt haben wir mehrmals abgehoben auf das Thema Familienunternehmen und deswegen Frage nach was sie vor allen Dingen bewogen hat in das Familienunternehm einzusteigen?
00:30:37: Also, das kann man jetzt aus ganz verschiedenen Blickweisen betrachten.
00:30:43: Man könnte jetzt einfach sagen ich war das letzte Kind was überblieb.
00:30:50: Es wäre fair das anzusprechen.
00:30:52: Nein also es war bei uns so.
00:30:54: Ich habe tatsächlich zwei ältere Geschwister deutlich älter als ich Das bin die vom Zeitpunkt her einfach natürlich noch viel jünger war viel eher in Frage gekommen wären.
00:31:05: Und dadurch, dass es für beide nicht infrage kam, kam natürlich relativ früh schon dann die frage auf ob ich mir das vorstellen kann?
00:31:13: Es wäre sonst keiner über geblieben.
00:31:14: Insofern hätte man dann irgendwie andere wege gehen müssen und Ich habe sehr früh sehr optimistisch gesagt ja klar gerne mache ich sicherlich ohne mehr vollend ist der konsequenz bewusst zu sein als es dann soweit war Dass das kam und dass dieser tag näher rückte wo ich dann irgendwie dieses Versprechen einlösen sollte.
00:31:36: Habe ich mich natürlich schon gefragt, ist das jetzt so das Richtige für mich?
00:31:39: Jetzt muss man auch wissen, ich bin kein Ingenieur und habe Betriebswirtschaft studiert.
00:31:43: Ich hab' mich dann natürlich schon hier mit zwanzig-einundzwanzig gefragt, Ist der Maschinenbau für dich die richtige Branche?
00:31:49: Frau Mitte zwanziger in dieser Technikwelt, die du gar nicht kennst!
00:31:52: Und weiß nicht, Brochum und alles was damit verbunden ist... Ist das so dein Leben?
00:31:58: Ich wusste ja von meinem Vater sehr gut und sehr klar, was da auf mich zukommt.
00:32:02: Ich bin da nicht reingestolpert sondern es war ja sehr klar was das für mich bedeuten würde für die nächsten Jahrzehnte.
00:32:12: Und wenn ich ganz ehrlich bin habe ich nicht gedacht dass sich's wirklich durchziehe.
00:32:17: Ich dachte mehr naja gut du machst das jetzt mal zwei drei Jahre so ein bisschen als Experiment vielleicht auch schon wirklich der Verantwortung der Mitarbeiter gegenüber.
00:32:27: das musste zumindest mal machen, muss mal den C da reintunken und dann werden ja alle wahrscheinlich mit der Zeit auch feststellen.
00:32:35: Das ist gar nicht so das Richtige!
00:32:37: Und dann kannst du auch guten Gewissens sagen, seht ihr Leute ich bin da nicht perfekt für wir machen das irgendwie anders?
00:32:42: Das war eigentlich meine Erwartungshaltung wenn ich ganz ehrlich bin und dann hat es wahrscheinlich ein zwei Wochen gedauert bis mir klar war Ich werde nie wieder was anderes machen.
00:32:50: also ich habe mich im Vorfeld schon intensiv damit beschäftigt und war mir der Sache so sicher.
00:32:57: Aber als ich dann drin war, habe ich gemerkt wie unfassbar viel Spaß es macht.
00:33:03: Was für Entfaltungsmöglichkeiten es bietet.
00:33:07: und ja dass ich mir gar nicht vorstellen kann das aus den Händen zu geben um irgendwas anderes zu machen.
00:33:15: Ist
00:33:16: denn der Übergabeprozess so gelaufen wie sie es geplant haben oder dann letztlich doch ganz anders?
00:33:23: Man hatte sicherlich einen Plan, wie Verantwortung übergeht.
00:33:26: Aber auch bei den Umsätzen kann man sie zweiter fragen?
00:33:29: Und wir wissen ja von vielen Familienunternehmen, wie kritisch dieser Punkt ist.
00:33:33: nachdem ich eben schon sagte die Bank ist einer der kritischsten Stakeholder wobei so einem Wechsel viel schief gehen kann.
00:33:41: Ich würde sagen für so ein Familienunternehmens alle dreißig-vierzig Jahre so ein Übergabemoment auch sehr sehr kritischer Und wir kennen ja vor allem auch viele Geschichten, wo es nicht gut geklappt hat.
00:33:52: Gerade weil die handelnden Personen mit sich dann doch nicht so grün waren und irgendwie sich nicht an den Plan gehalten haben.
00:34:00: Wir hatten auch einen Plan.
00:34:01: Wir haben ihn sogar vertraglich festgehalten.
00:34:03: War mir sehr wichtig im Vorfeld um eben nicht dieses sehr emotionale das Familienthema, mit dem ja doch sehr rational dem Unternehmenthema am Ende miteinander... in den Konflikt zu bringen.
00:34:17: und wir hatten vereinbart, mein Vater und ich zwei Jahre gemeinsam in der Firma.
00:34:22: Nicht länger und nicht weniger es sei denn... Wir wären uns einig wo kein Klecker da keinen Richter.
00:34:28: aber der Plan war zwei Jahre damit ich schon noch eine gute Einarbeitung hatte aber eben auch wusste er bleibt hier nicht ewig sitzen und redet mir rein und macht dann hinter meinem Rücken doch so wie er's immer schon gemacht hat und also solche Befürchtungen hatte ich.
00:34:46: Diese zwei Jahresfrist ist vor neun Jahren abgelaufen und er ist immer noch da.
00:34:50: Insofern sehen wir es hat ganz gut geklappt, was aber eben auch daran lag dass er wirklich ab Tag eins mich hat machen lassen.
00:34:57: Und ich hatte... Wir haben uns in sein Büro rein, haben mir einen Schreibtisch noch in die Ecke gestellt, sodass sich von der ersten Sekunde an bei jedem Gespräch und allem immer mit dabei war.
00:35:11: Und er hat immer gesagt, und das war bei dem ersten Gespräch wo ich dabei war mit der Bank nach drei Wochen so.
00:35:17: Das war aber jedem Mitarbeitergespräch oder wenn Leute nach Gehalt gefragt haben oder was auch immer Kundentermine immer gesagt Das da vorne, das ist meine Tochter.
00:35:27: Die hat jetzt den Hut auf die es übrigens auch Hauptgesellschaft darin.
00:35:31: Die müssen sie fragen ich bin noch da.
00:35:33: aber entscheidend tut Sie und dass das hat er nicht nur gesagt sondern eigentlich auch wirklich so praktiziert und dadurch war's toll für mich denn ich hatte ihn noch da als Decision Making Kampfer.
00:35:44: großartig wenn man jemanden fragen kann der viel Erfahrung hat siehst du das auch so?
00:35:49: würdest zu dem Brief auch so schreiben treffe ich da gerade die richtige Entscheidung?
00:35:54: kündigen wir den Mitarbeiter wirklich, obwohl du ihn vor dreißig Jahren eingestellt hast.
00:35:58: Also das waren schon so Sachen... Er war es schon toll dass er da war.
00:36:03: ich habe Freunde die hatten in einer ähnlichen Situation dieses Glück nicht aber er hat mich eben die Entscheidung treffen lassen wie ich sie für richtig gilt und deswegen hat das glaube ich auch sehr gut funktioniert.
00:36:16: und wie gesagt heute Teilen wir weiterhin ein Büro.
00:36:21: Wir sitzen mittlerweile an, ich sitze nicht mehr am Katzentischbord in der Ecke sondern wir haben einen großen alten englischen Partnerschreibtisch von eighteenhundertzwanzig.
00:36:30: da sitzen wir uns gegenüber und wenn er da ist es er da und wenn nicht nicht.
00:36:34: aber ich glaube ihm macht das auch Spaß weiter hin dabei zu sein zu sehen was sich tut die ganze Veränderung mitzubekommen.
00:36:46: Ich sag's jetzt mal etwas kätzlerisch den ganzen Tag auf dem Golfplatz zu sein und gar nicht mehr an diese Dinge, die ihn ja auch sein ganzes Leben lang bewegt haben angeschlossen zu sein.
00:36:59: Und deswegen macht es viel Freude.
00:37:03: Man ist natürlich nie allein aber es ist trotzdem ein sehr einsamer Beruf.
00:37:08: man hat wenig Leute mit denen man irgendwie Na ja, die die gleichen Interessen haben, die nicht irgendeine andere Mission noch verfolgen.
00:37:17: Mit denen man irgendwie mal wirklich ehrlich über alles reden kann ohne sich zu fragen, beißt mich das irgendwann in den Schwanz.
00:37:22: und deswegen ist natürlich auch schön all diese Dinge teilen zu können und irgendwie mal die Köpfe zusammenzustecken und nochmal über die Strategietagung von letzter Woche zu reden oder oder oder.
00:37:34: also es macht uns beiden sehr viel Spaß.
00:37:37: an was sie vorher vielleicht nicht gedacht hatten und gibt es ein, zwei Dinge die sich auch dezidiert anders machen als ihr Vater?
00:37:48: Ein überrascht hat mich wie gesagt erst mal.
00:37:50: Wie viel Freude es mir tatsächlich macht.
00:37:52: ich hatte vielleicht so von ihm früher mehr die Sorgen mitbekommen.
00:37:57: Er hat zwar immer gesagt Unternehmer zu sein ist das allergrößte Privileg und das nirgendwo hast du so viele Gestaltungsspielraum und Freiräume aber ich habe natürlich trotzdem mitbekommen dass auch häufig das schwierige Phasen waren bedrückt hat und er viel von diesen Sorgen auch mit nach Hause gebracht hat.
00:38:16: Deswegen war ich dann doch ein bisschen überrascht davon, wie viele Freude es macht und was für ein tolles Gefühl ist wenn man freitagabend fix und fertig nachhause kommt aber weiß was man geschafft hat.
00:38:28: Ja, was machen wir anders?
00:38:30: Also wir sind uns erst mal und ich würde sagen deswegen funktioniert das auch so gut.
00:38:33: Wir sind uns schon sehr ähnlich.
00:38:34: also meine Mutter sagt immer mit einem leicht vorwurfsvollen Unterton du wirst immer mehr wie dein Vater Das ist schon richtig und demnach wir haben schon und sonst würde dass auch glaube ich so in dieser Art wie wir es machen nicht funktionieren.
00:38:47: wir sind beim Ziel Immer d'accord!
00:38:50: Also wir haben das selbe für die Firmen vor Augen und irgendwie wissen schon irgendwie sind uns da sehr einig was dazu passieren hat.
00:38:59: Die sind manchmal ein bisschen anders, wenn es darum geht welchen Weg wir einschlagen um zu diesem Ziel zu kommen.
00:39:04: aber natürlich auch er kommt aus einer anderen Zeit.
00:39:07: das war damals ein anderes Arbeiten als dass das irgendwie heute ist.
00:39:11: das erklärt sich natürlich schon durch alleine.
00:39:16: allein dadurch dass wir jetzt in einem anderen Jahrzehnt sind mache ich Dinge anders.
00:39:20: Jahrhundert und Jahrtausend ja sogar wenn wir genau hingucken.
00:39:25: Ich glaube, wir sind uns am Ende doch sehr ähnlich.
00:39:31: Und wahrscheinlich gibt es viele Leute hier im Haus die sich sobald wir um die Ecke biegen ein bisschen drüber lustig machen dass wir sogar den gleichen Gang haben und häufig die gleichen Dinge sagen oder das gleich formulieren.
00:39:44: natürlich haben sich Dinge verändert aber so im Kern sind wir uns schon ziemlich eilig, wie wir das machen.
00:39:50: Aber die Veränderungsgeschwindigkeit hat ja deutlich zugenommen und mit Familienunternehmen verbindet man in der Regel ein besonders langfristiges Agieren anders als bei Börsen-notizierten Konzernen zum Beispiel.
00:40:01: aber ist das in Zeiten von wirklich tiefgreifenden Transformationen?
00:40:05: Wie schnell geht da kommen überhaupt noch möglich?
00:40:10: Also vielleicht teile ich das in zwei.
00:40:15: Ich glaube, an der erster Stelle ist es wichtiger denn je gerade weil alles andere so kurzlebig ist.
00:40:22: Also ich glaube zumindest in diesem Bereich dieser Grundstruktur planbar und verlässlich für alle zu sein hat einen noch höheren Wert als früher wo auch vieles andere einfach über Jahre lang gleich blieb.
00:40:35: also ich glaub grade weil alles irgendwie auseinanderbricht und zu hinterfragen ist.
00:40:40: Und so schnell geht, also die Technologiezyklen werden wahnsinnig kurz.
00:40:46: Ich sehe auch wie die Mitarbeiter an vielen Stellen dadurch überfordert werden oder wie es schwierig ist das Tempo aufrechtzuerhalten und alle dabei mitnehmen.
00:40:56: immer ein bisschen blöd aber sie wissen was ich meine.
00:40:59: Also gerade weil das an dieser Stelle diese Konsequenz oder diese Langfristigkeit, diese Planbarkeit, diese Nachhaltigkeit wichtiger denn je.
00:41:11: Es ist natürlich schwierig – es schon klar – und das was heute über allem steht ist Resilienz, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit.
00:41:23: Das sind schon die Dinge, die so ein Unternehmen aber auch seine Mitarbeiter demnach natürlich ausmachen muss, auch uns selber als Führung.
00:41:33: Aber ich glaube gerade, dass wir den Leuten glaubhaft vermitteln können.
00:41:38: Wir stehen das auch durch bis zum Ende mit euch!
00:41:42: Ich bin jetzt nicht nur irgendein Manager der hier einen vier Jahresvertrag hat... ...ich krempel jetzt einmal um und danach gehe ich und dann müsst ihr zusehen wie ihr damit klarkommt sondern zu sagen, wir stoßen hier jetzt viele Dinge an aber wir gehen sie auch bis zum ende gemeinsam.
00:41:56: weil ja nun klar ist Ich bin irgendwie die eine und umstößlich dauerhafte Instanz.
00:42:01: Also wenn wir hier irgendwie nicht vorne die Türen abschließen müssen, werde ich hier noch sein in vierzig Jahren?
00:42:08: Insofern glaube das ist schon ... Das hat einen Wert der vielleicht nochmal größer ist als erst früher war.
00:42:13: Wenn
00:42:15: wir noch mal eine Etage höher gucken sozusagen auf das Aggregat also auf den Mittelstand in Deutschland insgesamt Wodurch sehen Sie die Wettbewerbsfähigkeit, von der viele Sachen, die ist bedroht?
00:42:29: Vor allen Dingen gefährdet.
00:42:31: Wenn Sie einen Wunsch an die Politik kennen, so kann man es auch formulieren etwas zu ändern.
00:42:35: Welcher wäre das?
00:42:37: Lange Lister!
00:42:39: Was ist denn wichtigste?
00:42:43: kann ich gleich gerne noch mal definieren.
00:42:44: Ich möchte, bevor es falsch verstanden wird vorher sagen wie wichtig ist das alle diese Klaviatur komplett zu bedienen?
00:42:51: Ich glaube dass was uns bevorstehen muss ist wirklich eine grundlegende flächendeckende Veränderung und die erreicht man nur schwer wenn man nur an einer Stelle ansetzt.
00:43:03: Also würden wir uns nur das Rentensystem vornehmen.
00:43:07: verstehe ich das dann die Rentner aufschreien Nur in die Behörden gehen und sagen wir bauen da zwanzig dreißig Prozent absagen, die zu Recht.
00:43:18: Ja warum müssen wir denn jetzt diese Staatsreform ausbaden?
00:43:21: Wenn wir die Einkommenssteuer reformieren und den Spitzensteuersatz anheben werden es zurecht eine kleine Minderheit sagen.
00:43:29: Warum wird dann wieder nur bei uns jetzt nach Geld gesucht?
00:43:32: Es funktioniert nur wenn alle irgendwie davon betroffen sind und jeder irgendwie ein bisschen federn lassen muss.
00:43:38: deswegen glaube ich schon dass dieser eine richtige Maßnahme nicht existiert.
00:43:42: Ich bin deswegen ganz happy, dass jetzt zumindest in den letzten Monaten vielseitig Reformpakete vorgelegt wurden.
00:43:49: Ob die tief genug greifen oder nicht?
00:43:51: Natürlich kann man immer wieder weiter meckern aber erst mal ist ja bei eigentlich allen großen Bereichen eine Veränderung angestoßen worden und ich glaube nur so funktioniert das auch.
00:44:01: Ich glaube für mich ist nicht das Problem Ein Preis Leistungsverhältnis.
00:44:12: Und wenn ich in einem Land lebe, indem eine gute Bildung umsonst ist und dem gute Brücken- und Autobahn mich von A nach B bringen und die Bahn pünktlich kommt und irgendwie ein tolles Krankensystem ist dann zahle ich dafür auch gerne viel steuern.
00:44:25: Man immer einen Hochsteuerland und das war lange Jahre.
00:44:27: okay wir regen uns jetzt langsam ein bisschen drüber auf weil die Gegenleistungen dafür irgendwie nicht mehr so da ist wie vielleicht früher.
00:44:35: Das Problem liegt für mich auch nicht in Energiepreisen, die waren auch immer schon hoch.
00:44:39: Ich glaube wir zahlen seit dem Jahr zwei Tausend Eins in Europa die höchsten Energiepreise.
00:44:45: ich glaube das kann man alles irgendwie stemmen und rechtfertigen.
00:44:49: Die Lohnkosten, das sind so Sachen.
00:44:51: Da kommen wir natürlich jetzt auch so schnell nicht von runter und auch das sehen wir ja an der Schweiz kann funktionieren wenn dann die Leistung dafür stimmt.
00:44:59: Auch dass ist ein Preis-Leistungsverhältnis.
00:45:01: Wir werden nie die günstigste Arbeitsstunde haben.
00:45:06: eine deutsche Industriestunde im Maschinen- und Anlagenbau kostet glaube ich sechsundfünfzig Euro im Schnitt.
00:45:11: also da selbst wenn wir die um zehn Prozent oder zwanzig Prozent sinken ist es immer noch deutlich mehr als überall anders.
00:45:18: Aber es ist ja immer die Frage, was erwirtschaftet man dann dafür?
00:45:23: Und deswegen ist für mich wahrscheinlich das, was am drückendsten ist, ist die Bürokratielast, die auch an zwei Seiten Kosten kreiert auf der einen Seite bei uns als Unternehmen Indem wir alle möglich, ich habe gerade heute Morgen noch panisch einen Mitarbeiter hier gehabt der morgen nach Fenlo eine Dienstreise machen möchte und leider noch nicht vorher der Personalabteilung Bescheid gegeben hat dass die seinen A-Eins Antrag stellen für diese eintägige Dienstreisen drei Meter über die Grenze drüber.
00:45:55: Das sind so Dinge, da stehen wir uns schon ziemlich selbst im Weg.
00:45:58: Das ist teilweise natürlich auch die EU das jetzt nicht nur Deutschland aber wir tendieren ja dazu dass dann immer noch ein bisschen besser zu machen als davor gesehen.
00:46:06: Aber es würde ja gleichzeitig auch zu einer massiven Entlastung auf der anderen Seite führen nämlich da wo all diese Regeln und Normen und Vorgaben kontrolliert werden müssen Und würde natürlich auch beim Staat extrem entweder schon mal Ausgaben reduzieren oder zumindest Kapazitäten für Ich sage mal sinnvollere Dinge frei machen.
00:46:26: Und wenn wir uns überlegen, wie viele Bauanträge irgendwo lange liegen dann lieber da die Leute, die beschäftigt sind, die man natürlich nicht einfach erkündigen kann, beschäftigen anstatt... mit A-Eins Anträgen und Kranführerscheinen, halbjährlich Kontrolle von Rauchmelder Geschichten.
00:46:47: Das kontrolliert ja auch einer das alles wieder kontrolliert wurde die Ermittlungen der KFZ Steuer anstatt so was einfach über einen Sprit irgendwie pauschal zu machen oder da gibt es ja so viele Beispiele wo wir wissen wie ineffizient ist und vor allem... Und das ist das was mich fast daran noch am meisten stört, das ist Punkt drei wo uns dieses System wieder etwas kostet.
00:47:08: Es verändert ja auch das Mindset und der Deutsche ist nun mal mittlerweile gewöhnt dass überall irgendwas reguliert und hinterfragt und ausgefüllt werden muss.
00:47:17: und das aber auch überall noch ein doppelter Boden und ein Gremium und irgendwie und es überträgt sich so wir werden einfach in Summe Langsamer.
00:47:26: Und auf der einen Seite versuche ich über den Mitarbeitern zu sagen, think outside the box und seid kreativ und innovativ, sprengt die Grenzen der Physik und zeigt gleich muss sich sagen aber nach zehn Stunden müsst ihr abbrechen und nach Hause gehen und davor müsst ihr zweimal eine Pause gemacht haben und ihr müsst aber noch stempeln und ihr musst eintragen wie viele Stunden ihr auf welchem Projekt.
00:47:44: weil wir bekommen da vielleicht noch ne steuerliche Forschungsförderung für.
00:47:47: das geht aber nur mit Nachweisen und wir quetschen die Leute ja immer wieder in so ein Gerüst was durch diesen großen Bürokratieapparat uns an jeder Stelle im Alltag wie beruflich begegnet.
00:47:58: Und dadurch schwindelt immer mehr dieses Mindset, das wir eben ja angesprochen haben, was so wichtig ist.
00:48:04: Flexibel, resilient, speedy, kreativ.
00:48:10: Das schränkt uns das an drei Stellen einfach extrem ein und deswegen würde ich sagen, dass es für mich der größte Pain Point, der sich vor allem auch mit wenig Geldaufwand ändern ließe.
00:48:22: Abschaffen ist ja erst mal gar nicht so schwer.
00:48:28: Zum Ende noch drei, vier persönliche Fragen stellen wir immer.
00:48:32: Erste wäre Sie haben schon gesagt BWL studiert?
00:48:35: Was wäre da eine Alternative gewesen?
00:48:37: oder gab es gar keinen?
00:48:39: Also eine sinnvolle Alternative wäre gewesen der Wirtschaftsingenieur.
00:48:44: Jetzt wäre ich kein guter Ingenieur gewesen, deswegen war das dann irgendwie keine Option und ich sagte ja schon.
00:48:49: Ich war mir gar nicht so sicher ob ich das langfristig mache und dachte wenn ich jetzt mit einem Studium stuck bin, dass mich danach an eine Branche bindet die vielleicht gar nicht meins ist.
00:48:59: Deswegen war ich damit BWL natürlich ein bisschen freier.
00:49:04: Jetzt drückblickend wo ich hier nun mal sitze.
00:49:07: Wäre das natürlich eine ganz gute Alternative gewesen?
00:49:12: Wo war ich mein Studium, so wie es dann wahr gar nicht hätte müssen wollen?
00:49:15: Aber einfach von der Fachrichtung.
00:49:17: Wenn's nach mir gegangen wäre, also von meinem naturell her, wäre mein Vater Zahnarzt gewesen und ich hätte hier diesen Weg irgendwie vor mir gehabt.
00:49:31: Ich weiß nicht vielleicht Kunstgeschichte... Irgendwie sowas wahrscheinlich.
00:49:36: Meine Nichte studiert jetzt, fängt jetzt in zwei Wochen an und studiert in Paris Design Management an der Parsons.
00:49:44: Und da bin ich unfassbar neidisch!
00:49:48: Was ist Ihnen natürlich lieber?
00:49:49: Die Rolle als zumindest in den Augen vieler Heldenschampion oder eine Diskussionsrunde mit dem Bundeskanzler wie jüngst beim BDI Kongressen?
00:49:58: Was macht mehr Spaß?
00:50:00: Ich glaube... Na ja, also wollen wir ganz ehrlich sein.
00:50:05: Schon auf das zweite?
00:50:06: Das zweite war schon auch ziemlich cool!
00:50:09: Ich glaube mir ist zweiteres liegt mir sehr am Herzen weil ich glaube ich schon etwas mehr noch verändern möchte als sich das hier intern in den Unternehmen kann.
00:50:20: natürlich habe ich hier einen wahnsinnigen Gestaltungsspielraum aber es beschränkt sich natürlich immer irgendwie auf die eigene Belegschaft und dem Rahmen in dem wir handeln können.
00:50:29: da sind natürlich Bühnen, wie die beim BDI ermöglichen irgendwie natürlich schon nochmal eine andere Reichweite für Veränderungen übergeordnet.
00:50:40: Eben nicht nur das System kritisieren sondern auch daran arbeiten dass es besser wird.
00:50:44: Das kann ich hier im Kleinen aber das ist an der Stelle vielleicht noch ein bisschen mehr möglich.
00:50:48: deswegen mache ich sowas immer sehr gerne.
00:50:50: Aber es ist natürlich auch die Kombination die das möglich macht.
00:50:53: Ich merke das immer mehr.
00:50:54: gerade diese Rolle eines Eigentümer geführten Unternehmens und ebenso eines hidden Champions, gerade daraus kommt.
00:51:07: Kann ich natürlich vielleicht Herrn Merz auch ein bisschen offener sagen?
00:51:13: Wie ich das alles sehe als dass jemand kann bei dem am nächsten Tag einen Aufsichtsrat anruft und sagt, Sag mal bist du irre was hast Du denn da erzählt?
00:51:25: Und deswegen, ich finde es unheimlich wichtig dass eben nicht nur die bekannten großen Konzerne in Berlin oder Brüssel für ihre Themen sprechen sondern vor allem auch der Mittelstand da gehört findet und berücksichtigt wird.
00:51:42: Ich habe das Gefühl alle sagen kommen immer mit dieser Floskel ja und den Mittelstand Rückgrat der deutschen Wirtschaft.
00:51:48: das sagen alle.
00:51:50: aber wenn ich ganz ehrlich bin in den letzten Jahren ich weiß nicht ob das wirklich so gelebt wurde.
00:51:54: Selbst der BDI, wenn wir mal hingucken steht für mich hauptsächlich für die großen.
00:52:00: Da sind viele Konzern-CEOs aber wenig Mittelständler in den letzten Jahren gewesen und jetzt weiß ich an dieser Stelle das dann nun auch wieder ein bisschen umsortiert werden soll, um da mehr den Fokus drauf zu legen.
00:52:11: Das ist natürlich in Zeiten wo jetzt die Automobilindustrie weg bricht wird es natürlich auch wieder etwas interessanter.
00:52:16: Wir sind noch da!
00:52:17: Wir können nicht verlagern Der Mittelstand bleibt hier und ist hier gefangen irgendwo im politischen Nökosystem.
00:52:27: Aber ich freue mich, dass da ein bisschen mehr Fokus jetzt wieder drauf kommt und ich gehe gerne überall dahin wo man mich einlädt um vorzutragen wo bei uns der Schuh drückt und was wir da irgendwie vielleicht an Unterstützung mehr benötigen als das in den letzten Jahren war um hier eben auch weiterhin mittel- und langfristig dem Wirtschaftsstandort aufrecht zu erhalten.
00:52:53: Unsere Studierenden stehen bald vor dem Eintritt ins Berufsleben.
00:52:57: Welche Einschaften und Fähigkeiten sollte man mitbringen, um sich auch künftig in der Praxis zu behaupten?
00:53:03: Und warum ist vielleicht gerade die Beteiligung im Mittelstand
00:53:06: spannend?".
00:53:07: Das wird Ihnen jetzt natürlich gar nicht gefallen wenn ich das sage aber für mich ist Mindset wichtiger als Skill.
00:53:15: Natürlich ist das Studium wichtig!
00:53:24: Natürlich, also auch an meinem Studium zurückdenken.
00:53:28: Das hat mir unheimlich viel gebracht.
00:53:30: Sicherlich habe ich das alles nicht mehr parat aber wenn ich es irgendwie dann höre oder mich nochmal leicht einlese bin ich da schnell wieder drin.
00:53:38: Aber es hat sicherlich auch viel Analytik und an Durchhaltevermögen und auch Fähigkeiten jetzt neben dem rein fachlichen einem beigebracht die wichtig sind.
00:53:49: Aber am Ende würde ich wirklich sagen Als das vielleicht so in den letzten Jahren war, ist es einfach wahnsinnig wichtig.
00:54:00: Also unser Credo-Bereinstellung ist immer wichtiger als dass was einer kann und ist das was einer will.
00:54:05: Und wir haben vielen Leuten die richtig Bock hatten, die dafür gebrannt haben, die sich einbringen wollten, die nicht müde wurden zu sagen ich habe da noch keine Lösung aber ich grad mal weiter.
00:54:17: Denen haben wir auch noch viel beibringen können.
00:54:19: Wir haben in der Montage jemanden beschäftigt.
00:54:21: Der war vorher Pizza Becker.
00:54:23: Wir haben im Vertrieb viele Jahre eigentlich nur Leute eingestellt, die Maschinenbau- Ingenieure waren und haben da mittlerweile auch alle möglichen Leute aus verschiedenen Bereichen.
00:54:35: Weil die, die dafür brennen, den haben wir das was hier dann intern nötig war beigebracht aber Leute, die vielleicht viel an Knowhow und theoretisch ein bisschen mitbringen, aber dann irgendwie nicht die Leidenschaft dafür haben und eigentlich nur daran denken wie sie sich alles möglichst leicht machen können.
00:54:54: Mit denen kommen wir einfach nicht so weit, mit denen die wirklich Bock drauf haben.
00:54:58: Deswegen ist es immer so wichtiger irgendwas zu finden wofür man ja wo Leidenschaft da ist, woför man brennt.
00:55:07: also ich glaube dieser Job des Jobs wegen.
00:55:09: natürlich muss man irgendwie Geld verdienen das ist mir schon klar aber ich glaube es lohnt sich ein zwei Stationen auszuprobieren um irgendwas zu wirklich sich für begeistern kann.
00:55:21: Und das ist dann eigentlich die halbe Miete, denn wenn ich mich reinknehe und bemüht bin und dann da irgendwie vielleicht auch ein bisschen flexibel bin nach Aufgabensuche und Verantwortung nicht scheue sondern gerne übernehme, dann ist einem wirklich positiven einer positiven Karriereentwicklung in egal welcher Branche steht der nichts im Wege?
00:55:42: Das wird überall so sein und bei uns im Speziellen muss man natürlich sagen Ich glaube, der Maschinenbau ist auch langfristig.
00:55:51: weiterhin wird er ein wichtiger und auch gut bezahlender Arbeitgeber in Deutschland sein.
00:55:57: Aber es ist unheimlich wichtig dass wir technisch wieder ein bisschen mehr aufholen und wir haben uns auch an dem Bereich nicht nur die Automobilindustrie sondern vielen anderen technischen Bereichen.
00:56:09: Wir haben uns dazu sehr auf das Verlassen, was uns alle Jahre irgendwie gute Umsätze gebracht hat.
00:56:15: Wir müssen wieder innovativer und kreativer sein.
00:56:19: Forschung nicht nur für die Forschung und die Publikationen sondern für die Business Cases, die wir dann umsetzen selber.
00:56:26: Wir haben in den letzten Jahrzehnten viele Hochtechnologien entwickelt, die dann im Ausland zum Produkt wurden.
00:56:33: Da müssen wir einfach mehr dran bleiben Und ich glaube wenn wir da jetzt irgendwie es schaffen Wieder ein bisschen Hunger und Drive, Motivation und Begeisterung reinzubringen.
00:56:48: Dann haben wir ganz gute Chancen auch.
00:56:50: Letzte Frage, die aber eigentlich gar keine Frage mehr ist, sondern bitte um eine Satzergänzung.
00:56:56: Wir haben jetzt viel über Wandel, über Transformation gesprochen.
00:56:59: Und wenn es einen Satz gäbe der würde mit dem Begriff der Transformation beginnen dann käme ein Gedankenstrich wie würden Sie den ergänzen?
00:57:07: Ich bleibe jetzt bei dem Thema, was wir eben hatten.
00:57:09: Ein bisschen das Übergeordnete.
00:57:11: ich gehe jetzt mal weg von dem, was es im Kern für uns als Unternehmen bedeutet aber ich würde wirklich sagen, Transformation ist jetzt zwingend nötig um unseren Wohlstand in Deutschland zu halten.
00:57:23: Dann lieber Frau Friedein ganz herzlichen Dank dass wir heute Ihren Puls fühlen dürfen und man merkt er geht höher bei den Hemmnessen für unternehmerisches Handeln.
00:57:31: deswegen wünsche ich Ihnen, dass Sie in der Lage sind dazu beizutragen, dass diese Ketten sozusagen sich lösen und es mehr unternehmerische Freiraum.
00:57:41: Mehr Raum für Leidenschaft gibt mehr Raum für das wofür man brennt.
00:57:46: Ich wünsche Ihnen persönlich und natürlich auch für Ihr Unternehmen alles Gute und bedanke mich ganz herzlich!